Nachdem der erste Teil die metaphysische Leere und die lähmende Isolation einer inneren Welt beschrieb, reißt Markus Michael Ledwig im zweiten Teil seiner radikal ehrlichen Reihe die Glaswand ein. Er führt uns direkt an den Ursprung des Schmerzes: in das unberechenbare Minenfeld einer zerstörten Kindheit. Ein Zuhause, das von häuslicher Gewalt, emotionalem Missbrauch und den unberechenbaren Dämonen der eigenen Mutter beherrscht wird. Zwischen der bitteren Realität von zerbrochenen Glassplittern, dem permanenten Alarmzustand der Co-Abhängigkeit und dem verzweifelten Versuch, zu beschützen, wo man selbst Schutz bräuchte, wächst Markus heran. Es ist die Geschichte eines Sprints, der zum lebenslangen Marathon gegen die eigene Angst wird. Frei von literarischem Kitsch, falschen Happy Ends oder tröstenden Illusionen dokumentiert dieses Werk in messerscharfen, filmischen Bildern den permanenten Ausnahmezustand. Eine unzensierte, autobiografische Stimme der Gegenwartsliteratur, die das Schweigen bricht und zeigt, dass manche Wände unsichtbar sind und man sie manchmal nie verlässt.