Der Cum/Ex-Skandal gilt als größter Steuerbetrug der europäischen Nachkriegsgeschichte. Doch die eigentliche Frage lautet nicht, wie das Konstrukt technisch funktionierte, sondern warum es über Jahre hinweg unentdeckt blieb-trotz klarer Warnsignale und institutioneller Aufsicht.
Im Zentrum stand ein System, das Dividendenstripping über Ländergrenzen hinweg nutzte, um mehrfache Steuererstattungen auf eine einzige Kapitalertragsteuer zu erhalten. Beteiligt waren nicht nur Händler, sondern Banken, Anwaltskanzleien und Berater, die das Modell als "Grauzone