Maxwell Holmes weiß, wie man unsichtbar wird.
Er weiß, wie man einen Raum betritt, ohne Platz einzunehmen - wie man lacht, wenn man selbst der Grund des Lachens ist, wie man das Gewicht dessen, was man ist, trägt, ohne dass es jemand bemerkt. Er hat es geübt. Er ist gut darin.
Bis er am ersten Tag seines Fotografiestudiums in die falsche Richtung rennt, zu spät abbiegt, mit jemandem zusammenstößt - und dreißig Köpfe sich gleichzeitig zu ihm umdrehen.
Derek Jones sitzt in der mittleren Reihe. Und klatscht.
Nicht aus Mitleid. Aus etwas, das er selbst noch nicht benennen kann.
Was folgt, ist kein Liebesroman im klassischen Sinne. Es ist die Geschichte zweier junger Männer, die in derselben Stadt, an derselben Hochschule, im selben Seminarraum landen - und die trotz gemeinsamer Sprache aneinander vorbeireden. Maxwell trägt sein Geheimnis wie eine zweite Haut. Derek seins wie eine Rüstung. Zwischen ihnen: eine Kamera, eine Clique aus Freunden - und das leise, unausweichliche Wissen, dass der andere mehr bedeutet, als er sollte.
Gegenlicht erzählt vom Anfang. Und vom Preis des Schweigens.