Benoît Villaret schreibt Kriminalromane, in denen mehr nachgeschlagen als geschossen wird. Dass sein Ermittler ein Antiquar ist, ist kein Zufall: Villaret interessiert sich für Gegenstände, die länger leben als ihre Besitzer - und für die Frage, was Menschen bereit sind zu übersehen, um sie behalten zu dürfen.
Für Provenienz hat er sich in die Geschichte der Bücherbeschlagnahmungen im besetzten Paris eingearbeitet: in die Arbeit des Einsatzstabs Reichsleiter Rosenberg, in Rückgabeverfahren, die nie zu Ende geführt wurden, und in Auktionskataloge, in denen sich die Spuren davon bis heute finden lassen. Die Wege, die Mathieu Vasseur durch den Marais geht, kann man nachgehen; die Straßen, Markthallen und Cafés gibt es.
An der Form des Kriminalromans reizt ihn ihre Beharrlichkeit. Sie zwingt jemanden, eine Frage zu Ende zu stellen, die alle anderen längst fallen gelassen haben.