Die Geschichte einer Sehnsucht, 1945 1969
Kaum hat Nazi-Deutschland kapituliert versuchen die Alliierten aus dem Westen und Osten deutsche Wissenschaftler und ihre Erkenntnisse für eigene Zwecke zu rekrutieren. Die einen mit Zuckerbrot, die anderen greifen zu handfesteren Argumenten.
Warum? Es gilt, den vermeintlichen Wissensvorsprung Deutschlands zu nützen, um die Sehnsucht nach dem All zu befriedigen. Dazu ist den USA und der UdSSR beinahe jedes Mittel recht. Über Wissenschaftler, die in die UdSSR verschleppt werden ist hier nichts zu lesen, dafür dürfen wir wissenschaftlichen Größen wie Wernher von Braun, Hubertus Strughold oder Heinz Haber über die Schulter schauen. Mit Dutzenden anderen haben die deutschen Physiker in den letzten Kriegsjahren Raketen für das NS-Regime entwickelt, während die Mediziner der Luftwaffe daran gearbeitet haben, den Menschen auf Einsätze in größeren Höhen vorzubereiten. Vor allem das Anpassen und Optimieren der Menschen ist das Gebot der Stunde. Dazu müssen die handverlesene Kandidaten (ja absichtlich männliche Form, die erste US-Amerikanerin ist Sally Ride 1983) allerlei medizinische und psychologische Tests überstehen.
Was für ein Schock für die NASA, als Juri Gagarin 1961 (und 1963 dann Walentina Tereschkowa als erste Frau) ins All geflogen ist.
In acht auch für Laien sehr gut lesbaren Kapiteln erzählt Patrick Kilian, wie sich die USA ihren Traum von der Eroberung des Weltalls erfüllt haben.
Am Anfang war der Affe
Die Sehnsucht nach der Zukunft
Das Raum-Zeit-Hirn-Problem
Die Traumfabrik
Die Suchmaschinen
Zwischen Wahn und Wirklichkeit
Was vom Monde übrig bliebt
Astronautenfieber Redux
Doch mit der Mondlandung 1969, die in diesem Buch den Höhepunkt darstellt, ist der Traum noch lange nicht ausgeträumt. Nun hat man schon, trotz zahlreicher Misserfolge, die Menschenleben und sehr viel Geld gekostet haben, ein neues Ziel vor Augen: den Mars. Doch das ist eine andere, zukünftige Geschichte, die allerdings ohne die Mondmission nicht stattfinden könnte.
Allerdings muss man immer vor Augen haben, dass der Mensch, das schwächste Glied in der Kette ist.
Fazit:
Dieses Buch ist die penibel erzählte Geschichte Geschichte der Epoche von 1945-1969 zwischen Größenwahn und Genialität. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.