Hormonumstellung und der Beginn der Wechseljahre können einiges verändern. Gewichtszunahme, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit gehören zu den Schwierigkeiten, die in dieser Lebensphase auftreten können. Auch ich spüre das nun mit Mitte 40 und befinde mich am Beginn der Perimenopause.
Nobody Told Me ist fur mich Kochbuch und Ratgeber zugleich. Die Autorinnen erklären, was sich während dieser Lebensphase hormonell verändert und welche Zusammenhänge zwischen Mikrobiom, Blutzucker und Entzündungsprozessen bestehen. Im Mittelpunkt steht dabei eine antientzündliche Ernährung, die mehr Wohlbefinden, Energie und eine bessere hormonelle Balance unterstützen soll.
Das Buch ist in verschiedene Rubriken gegliedert. Unter Nobody told me geht es um gesundes Frühstück, ausgewogene Ernährung, wichtige Basic-Lebensmittel und praktische Küchenhelfer. Knackig & grün versammelt Salate, Rohkost, Green Bowls und Kräuter. Wärmend und wohltuend bietet Suppen, Currywurst, Eintöpfe und Dals. Dazu kommen Protein & Power mit Hülsenfrüchten, Saaten, Fisch, Geflügel und Ei sowie Fermentiert & mariniert mit Kimchi, Kefir, Sauerkraut und Eingelegtem. Den Abschluss bildet Leicht & Süß.
Was mir an der Ernährungsweise gefällt, es geht nicht um eine Diät, Keto oder Low Carb und auch nicht um Verzicht. Die Idee ist eher eine Art Tauschhandel. Leere Lebensmittel werden gegen solche ausgetauscht, die dem Körper etwas geben. Das Ganze soll Schritt für Schritt passieren, denn eine nachhaltige Ernährungsumstellung gelingt natürlich nicht von heute auf morgen.
Gerade mein Alltag macht mir dabei immer wieder bewusst, wie schnell gute Vorsätze untergehen können. Als Mutter zweier Kinder und im Spagat zwischen Familie und Beruf muss es oft schnell gehen. Die innere Unruhe kommt dazu, dann wird morgens eben schnell ein Brötchen geschmiert und mittags gegessen, was gerade verfügbar ist. Das Buch hat mich deshalb auch daran erinnert, mich bewusster mit dem zu beschäftigen, was ich esse, und mir dafür tatsächlich Zeit zu nehmen. Auch den Kaffee oder schwarzen Tee lieber auf später zu verschieben, ist so ein kleiner Tipp, den ich für mich mitgenommen habe.
Die Autorinnen schreiben persönlich darüber, wie sie früher gegessen haben und was sie bei ihrer eigenen Ernährung verändert haben. Dazu zeigen sie ihre Lieblingsrezepte. Apropos Lieblingsrezepte. Davon bietet das Buch jede Menge. Ich habe mir gleich Zettel hineingeklebt, um meine persönlichen Favoriten auch später schnell wiederzufinden.
Als Suppenfan habe ich mich in der Rubrik Wärmend und wohltuend natürlich ganz und gar wiedergefunden. Dort habe ich auch direkt zwei persönliche Favoriten entdeckt: die Suppe Ribollita und Tom Kha mit Hühnchen.
Sehr gelungen finde ich außerdem die Sonderseiten Nerdwissen, beispielsweise zu Ölen, Kräutern und Gewürzen oder essbaren Gemüseblättern. Ja, ich gebe es zu, wenn bei mir wöchentlich die Gemüsekiste kommt, zupfe ich zuerst das Karottengrün sowie Radieschen- oder Kohlrabiblätter ab. Wie diese doch noch verwendet werden können, weiß ich nun.
Gut gefällt mir außerdem, dass das Buch bewusst Fisch und Fleisch als Proteinquelle einbezieht und nicht ausschließlich auf vegetarische oder vegane Rezepte setzt. Auch Tofu kommt zum Einsatz, sodass bei den Rezepten unterschiedliche Proteinquellen vertreten sind.
Fazit:
Nobody Told Me hat mir einige Anregungen gegeben, meine Ernährung gerade in dieser neuen Lebensphase bewusster zu betrachten. Für mich sind vor allem die vielen Rezepte, das verständlich vermittelte Hintergrundwissen und die alltagstaugliche Idee einer schrittweisen Ernährungsumstellung interessant.