Der Staatsrechtler Carl Schmitt (1888-1985) wird heute als Kronjurist des Weimarer Präsidialsystems wie des Nationalsozialismus, als Kritiker der liberalen Demokratie und als Vordenker aller autoritären und diktatorischen Transformationsprozesse weltweit diskutiert. Er suchte und fand aber auch linke Resonanz und wirkte bis in die Gegenwart in linke Theoriedebatten und Diskurse hinein. Otto Kirchheimer (1905 1965) und Ingeborg Maus (1937 2024) standen in je eigener Weise mit ihm in vorbehaltlichem persönlichem Kontakt. Sie repräsentieren für die Weimarer Republik wie für die alte Bundesrepublik über den Abstand eines halben Jahrhunderts, Generationen und Systemumbrüche hinweg gleichsam Anfang und Ende einer linken Rezeption und Auseinandersetzung mit Schmitts Werk und Wirken. Diese Edition präsentiert die biographischen Quellen der Briefwechsel in kommentierter Fassung. Hubertus Buchstein verantwortet den Kirchheimer-Teil, mit grundsätzlichen Ausführungen zum problematischen Label Links-Schmittianismus . Reinhard Mehring zeichnet für den zweiten Teil mit dem höchst überraschenden, vollständig erhaltenen Briefwechsel Schmitts mit Ingeborg Maus sowie weiteren Materialien. Für das linke Interesse an Schmitt ist dieser Band ein Lehrstück.