Dass Hartmut Rosa als breit rezipierter Soziologe sich dem Heavy Metal zuwendet, und zwar durchaus auch aus Fanperspektive, ist keineswegs Ranschmeißerei an Popkultur-Diskurse, meint Rezensent Wolfgang Schneider. Die in der Hörbuchversion von Axel Wostry eingesprochene Arbeit entspringe offensichtlich einer ehrlichen Liebe. Inhaltlich geht es um den Bezug des Genres zur Schwarzen Romantik und dessen pathosgeladene Symbolik. Außerdem denkt Rosa, zeichnet Schneider nach, über die Verwurzelung der Musik im ländlichen Raum nach, wo Heavy Metal als lebensweltliche Konstante ganze Biografien prägen könne. Keineswegs verunglimpfe Rosa das Genre deshalb als provinziell, betont Schneider; vielmehr zeigt er auf, dass Metal-Fans ihre Lieblingsmusik genauso ernst nehmen wie Klassikenthusiasten. Rosa setzt zwar, fährt die Rezension fort, das Zusammenwirken von Rhythmus und Gitarrensolo in eine Verbindung zur Transzendenzrhetorik des Genres, auf musikwissenschaftliche Qualitätsdiskurse zielt er jedoch nicht ab. Das alles wird, führt Schneider abschließend aus, von Wostry einfühlsam, fast balladesk vorgelesen. Auch die aufwändige Aufmachung des Hörbuchs findet lobende Erwähnung.