Es gibt Wunden, die heilen nicht. Nicht, weil sie zu tief sind. Sondern weil niemand je hingeschaut hat. Ein Mann geht in einen Wald, weil er nicht mehr weiterweiß. Der Boden dort ist Malm - Kalkstein, uralt, der schon trug, bevor es Namen gab für das, was Menschen einander antun. Eine Eberesche steht am Wegrand, die einzige, die hält, wenn alles andere reißt. Zwischen den Fichten begegnet er denen, die vor ihm gegangen sind. Der Frau, die niemand mehr ruft. Dem Vater, der seine Hand hinhielt und dafür gezeichnet wurde. Dem Kind, das ein Leben lang glaubte, es selbst sei der Fehler. Ein Blatt fällt durch dieses Buch - von Kapitel zu Kapitel, von einem Menschen zum nächsten, bis es dort ankommt, wo es hingehört. Die Nornen weben am Brunnen. Die Seherin schweigt, damit die Geschichte auf fruchtbaren Boden fallen kann. Zwischen Malm & Eberesche ist kein Ratgeber. Es ist ein Gang durch das, was wir trugen, ohne zu wissen, dass es nie unseres war. Den Schatten kannst du im Dunkeln nicht besiegen. Aber durch den Nebel kannst du gehen.