Das Wattenmeer zählt zu den bedeutendsten Küstenökosystemen der Welt und erlangt insbesondere als zentraler Rast-, Brut- und Lebensraum für Millionen Zugvögel entlang des Ostatlantischen Vogelzugs eine herausragende Bedeutung für die Biodiversität. Um dieses einzigartige Ökosystem langfristig zu erhalten, ist die Region durch Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservate geschützt sowie als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichnet. Das Wattenmeer vereint damit unterschiedliche Zielsetzungen und Ansätze nachhaltiger Entwicklung. Gleichzeitig gehört die Region zu den wichtigsten Naturtourismusdestinationen Deutschlands.
Zwischen dem Schutz eines einzigartigen Ökosystems und seiner touristischen Inwertsetzung entstehen vielfältige Verflechtungen. Der Schutz prägt die Attraktivität der Region ebenso wie ihre wirtschaftliche Entwicklung, während zugleich steigende Besuchstage, touristische Nutzungsansprüche, und konkurrierende Interessen das Management der Region vor Herausforderungen stellen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit die Wechselwirkungen zwischen mehrfachem Schutzstatus, Naturtourismus und nachhaltiger Regionalentwicklung im deutschen Wattenmeer. Die Analyse folgt dabei einem Mixed-Methods-Ansatz und zeigt auf, wie sich Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung in den rechtlichen Rahmenbedingungen der Schutzgebietskategorien widerspiegeln, welche ökonomische Bedeutung der Naturtourismus für die Region besitzt und welche Synergien sowie Herausforderungen sich zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung ergeben.