Die Beiträger*innen erschließen die Bedeutsamkeit des frühen sinnlich-körperlichen Erlebens für die psychische Entwicklung aus einer interdisziplinären Perspektive, die die Trennung von Psyche und Soma wieder zusammenführt. Dies geschieht auf phänomenologischer Ebene mit den Zugängen D. W. Winnicotts verknüpft und erarbeitet ein neues diagnostischen Verständnis.
Frühe Erfahrungen, denen psychoanalytische Theorien bei der Entstehung psychischer Erkrankungen eine wichtige Rolle zuschreiben, sind vor allem sinnlich-körperlich. Der Körper ist der reale Träger jeder Symptomatik, auch wenn sich die Psychotherapie vor allem mit den daraus hervorgehenden Imaginationen und Selbstbildern befasst. Die Beiträger*innen erschließen die Bedeutsamkeit des sinnlich-körperlichen Erlebens für die psychische Entwicklung aus einer interdisziplinären Perspektive, die die Trennung von Psyche und Soma wieder zusammenführt.
In einer neuen Verknüpfung aus phänomenologischen Perspektiven mit den Zugängen Donald W. Winnicotts entsteht ein neues diagnostisches Verständnis, das den Körper nicht mehr als Objekt, sondern als bedeutungsgebenden Ort des gleichzeitigen Erlebens betrachtet.
Mit Beiträgen von Mit Beiträgen von Veronika Garms, Joachim Küchenhoff, Catherine Moser, Ulrich A. Müller, Nele Reuleaux, Jörg Scharff, Sigrid Schrage, Angelika Staehle, Rolf-Peter Warsitz und Uta Zeitzschel
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Ulrich A. Müller
Körper Psyche Beziehung
Zur Entwicklung der Symbolisierungsfähigkeit aus der psychoanalytischen Behandlung eines fünfjährigen Jungen und eines 29-jährigen Mannes
Angelika Staehle
Erfahrung, Erinnerung und Erzählung im Spannungsfeld zwischen Biografie, Körperbild und Körpersprache
Catherine Moser
Mit allen Sinnen: Analytische Beobachtungen extrem kleiner frühgeborener Kinder auf der Neo-Intensivstation
Verstehenszugänge mithilfe der Theorien zu psychisch unrepräsentierten und namenlosen Zuständen
Uta Zeitzschel
Sinne machen Unsinn
Über die Widersprüche von Sinnlichkeit und Zwischenleiblichkeit im psychoanalytischen Prozess
Rolf-Peter Warsitz
Zwischenleiblichkeit im Sein mit Anderen bei Sinnen sein/zu Sinnen kommen
Jörg Scharff
Zwischenleiblichkeit und körperliches Selbst
Zur Transformationsarbeit am Sinnlichen
Joachim Küchenhoff
Das Kind sich selbst in seiner Lebendigkeit sichtbar zu machen, ist unsere Aufgabe
Ein Gespräch über die Möglichkeiten, sich dem Verstehen früher Entwicklungen von Kindern zu nähern
Sigrid Schrage & Ulrich A. Müller
Sinneswahrnehmungen, Gegenübertragung und Winnicotts sense of real
Veronika Garms
»A hole to see the sky through«
Über ein aufgehobenes Thema: Sexualität zwischen Omnipräsenz und Sprachlosigkeit
Nele Reuleaux