Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Arztpraxen. KI-Telefonie, automatisierte Dokumentation, digitale Terminsteuerung und weitere Anwendungen versprechen Entlastung und Effizienz. Doch moderne Technologie trifft nicht auf eine neutrale Umgebung, sondern auf bestehende Abläufe, Zuständigkeiten, Routinen und informelle Regeln.
Genau darin liegt ein häufig übersehenes Risiko: Ein digitalisierter oder automatisierter Prozess ist nicht automatisch ein guter Prozess. KI kann tragfähige Strukturen unterstützen und beschleunigen - sie kann aber ebenso organisatorische Schwächen übernehmen, verdecken oder skalieren.
Dieses Booklet zeigt, warum technologischer Entwicklungsstand und organisatorische Qualität zwei verschiedene Größen sind und weshalb vor der Auswahl einer KI-Lösung zunächst die organisatorische Ausgangssituation bekannt sein sollte. Der Organisations-Referenzvergleich (ORV) schafft dafür eine externe Orientierung anhand von Best Practice, Fachgruppenreferenz sowie den Perspektiven von Praxisleitung, Mitarbeitenden und Patienten.
Die zentrale Logik folgt einem vertrauten ärztlichen Prinzip: Erst der Befund, dann die Intervention.