Yeliz Koç war noch ein Kind, als sie in einer alten Kiste nach Weihnachtsgeschenken suchte und stattdessen mehrere handbeschriebene Hefte fand: die alten Tagebücher ihrer Mutter, gerichtet an ihre Töchter. Ein Moment, der ihr Leben für immer prägen sollte.
Mein Kind, dieses Buch schreibe ich ganz allein für Dich."
So beginnt Andrea Koç im April 1986 den ersten Band. Sie ist Anfang zwanzig, im vierten Monat schwanger und folgt dem Mann ihres Lebens, einem türkischen Profifußballer, in ein fremdes Land. Was als Liebesgeschichte anfängt, wächst über zwölf Jahre zur schonungslosen Chronik einer Frau zwischen zwei Kulturen, zwischen Hoffnung und Enttäuschung, zwischen leidenschaftlicher Liebe und bitterer Einsamkeit. Andrea schreibt aus Ankara und Istanbul, aus fremden Wohnungen ohne Sprache und ohne Freunde. Später aus Hannover, wo sie ihre beiden Töchter allein großzieht. Sie schreibt über Geburten und Krankheiten, über Betrug und Versöhnung, über durchwachte Nächte am Telefon, das stumm bleibt. Und über die eine Frage, an der sich jeder Band neu entzündet: bleiben oder gehen?
Mom's Diary ist die Geschichte einer großen, schwierigen Liebe. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Mutter, die alles gab, damit ihre Töchter eines Tages auf eigenen Beinen stehen. Für alle, die sich fragen, ob aus dem, was das Leben einem zumutet, trotzdem etwas Eigenes wachsen kann. Es kann. Und man ist damit nie allein.
Für die Öffentlichkeit waren diese Aufzeichnungen eigentlich nie bestimmt. Doch nun geben Andrea, Yeliz und Filiz die Bände gemeinsam heraus: ehrlich, ungeschönt, mit persönlichen Vorworten aller drei und einem Nachwort des Vaters.
Ein Zeitdokument. Eine Liebeserklärung. Ein Buch über Stärke, wie sie im Verborgenen wächst.