Mit siebzehn wird Tabea Merold bei einer grausamen Demütigung von fünf Gleichaltrigen schwer verletzt. Zwölf Jahre später restauriert sie in Görlitz historische Puppen Dinge, deren Schäden sichtbar bleiben dürfen, solange niemand ihre Geschichte fälscht. Menschen behandelt sie längst weniger geduldig. Als aus einem alten Gewerbeobjekt eine Kiste in ihrer Werkstatt auftaucht, stehen plötzlich auch die fünf Namen wieder vor ihr. Tabea will keine Entschuldigung mehr. Sie will, dass die Vergangenheit Folgen hat. Kurz darauf sterben zwei Menschen aus der damaligen Gruppe und bei beiden bleibt eine restaurierte Puppe zurück. Dann geschieht ein dritter Mord mit derselben Signatur. Nur: Diese Tat stammt nicht von Tabea. Jemand kennt die Nacht von 2014, ihre Werkstatt und die Logik ihrer Rache genau genug, um sie zu kopieren. Während die Polizei die alten Verbindungen neu prüft, zerfällt Tabeas einfache Geschichte von fünf Tätern und einem Opfer. Einer von ihnen ging damals zurück. Eine andere Person wusste mehr, als sie je zugegeben hat. Und jemand aus Tabeas engstem Kreis hat zwölf Jahre lang mitbestimmt, woran sie sich erinnert. Um den nächsten Tod zu verhindern, muss Tabea entscheiden, was ihr wichtiger ist: ihre Rache zu vollenden oder endlich die ganze Wahrheit auszuhalten. Auch die über ihre eigene Schuld.