
Über zehn Jahre hinweg (1965-1975) verband Romy Schneider und Harry Meyen eine intensive, widersprüchliche und auch politische Beziehung. Meyens Biografie ist gezeichnet von Verfolgung: 1942 wurde er im Gestapo-Gefängnis 'Kola-Fu' in Hamburg inhaftiert - ein Trauma, das ihn lebenslang begleitete. Die Begegnung mit ihm veränderte auch Schneiders Leben nachhaltig: Ihre Hinwendung zu jüdischen Themen, Rollen und Milieus im französischen Kino der 1970er Jahre erscheint in diesem Licht neu.
Auf der Grundlage bislang unveröffentlichter Dokumente, Fotos und der Auswertung von Meyens Nachlass erzählt Thilo Wydra erstmals in dieser Tiefe von einer Ehe, die auch als Gegenbewegung zur NS-Vergangenheit von Schneiders Eltern gelesen werden kann. Namhafte Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Senta Berger, Ilja Richter oder Michael Verhoeven geben dabei persönliche Einblicke.
Zugleich ist das Buch mehr als eine Doppel-Biographie: Es ist eine Erzählung über Liebe, Schuld und Verdrängung - und über die Frage, wie das Jüdische in Deutschland bis heute erinnert, verhandelt und oft auch verdrängt wird. Ein neues, überraschendes Kapitel im Leben einer der größten Schauspielerinnen Europas.
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