Leben wir in einem Land, in dem, wer reich ist, das Gesetz nicht fürchten muss?
Anne Brorhilker kennt das komplexe Verhältnis zwischen Wirtschaftskriminalität und Justiz wie keine andere: Als Oberstaatsanwältin der Staatsanwaltschaft Köln leitete sie jahrelang und unerschrocken die Cum/Ex-Ermittlungen. Ihre Erfahrungen mit der Finanzelite, die Selbstgefälligkeit vieler Steuerhinterzieher und das Unvermögen der Behörden, dem ein Ende zu setzen und Milliarden von Steuergeldern zurückzufordern machten sie fassungslos. Sie quittierte den Staatsdienst und kämpft seither mit der NGO Finanzwende e. V. für Gemeinwohl und Gerechtigkeit.
Und es lohnt sich, erste Erfolge gibt es bereits: Die Bundesregierung nimmt den Kampf gegen organisierte Steuerkriminalität endlich ernst und verabschiedet einen Aktionsplan inklusive verschärfter Strafverfolgung, längerer Aufbewahrungsfristen und behördenübergreifender Zusammenarbeit.
Ein Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität beim Zoll unter Einbindung von Polizei und Steuerfahndung wäre als interdisziplinäre Ermittlungseinheit auf Bundesebene in der Lage, die notwendige Expertise und operative Erfahrung zu bündeln und effiziente Aufklärung zu ermöglichen. Schwere Fälle von Steuerhinterziehung sind nun ein Verbrechenstatbestands. Dass Ermittlungsverfahren in diesen Fällen nicht länger gegen Geldauflagen eingestellt werden können, ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit.
Auch die verpflichtende Datenspeicherung auf Spiegelservern sowie der gezieltere Einsatz der Bundesbetriebsprüfung sind Schritte in die richtige Richtung. Anne Brorhilker macht weiter: Weil eine starke Zivilgesellschaft mächtiger ist, als viele glauben.
Ihr fesselnd erzählter Blick hinter die Kulissen der Finanzelite und Justizbehörden wurde zum Bestseller, sie schrieb Wirtschaftsgeschichte. Für die TB-Ausgabe ergänzt und aktualisiert sie um wichtige, Mut machende aktuelle Entwicklungen.
Ausgezeichnet als Nr. 1-Wirtschaftsbestseller des Manager Magazins, SPIEGEL-Bestseller, Sachbuch-Bestenliste ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT sowie nominiert für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2026.