Manchmal, während wir unser Leben leben, merken wir plötzlich, dass die Wirklichkeit sich wie ein Traum anfühlt. Wir möchten erwachen und beginnen, Dinge zu berühren, nur um sicherzugehen, dass sie real sind. Manchmal wünschen wir uns, dass das tatsächlich Geschehene nur ein Traum wäre, den man mit einem erleichterten Atemzug vergessen könnte. Und manchmal wachen wir mit einem im Hals pochenden Herzen auf, weil unsere Gefühle in den nächtlichen Visionen allzu wirklich waren. Wenn wir träumen, ist unser Gehirn aktiv, als würden die Ereignisse tatsächlich stattfinden. Was immer wir tun - tanzen, schreien, fliegen - das Gehirn verarbeitet es, als geschähe es im wachen Zustand. Ein Traum ist kein Film; an seiner Wahrnehmung beteiligt sich das ganze Gehirn, nicht nur der visuelle Analysator. Es gibt Menschen, die ihre Träume steuern können. Es gibt jene, die schlafwandeln. Und es gibt solche, die immer wieder "erwachen", nur um sich nach dem vermeintlichen Aufwachen in einem neuen Traum wiederzufinden. Ein Traum legt sich über den anderen, lähmt, schmerzt und kann sogar Halluzinationen hervorrufen. Jeden Abend, wenn wir die Augen schließen, tauchen wir in fantastische Welten ein, die Staunen, Begeisterung oder Schrecken auslösen. Wir gehen dorthin, wo alles möglich ist. Doch wo verläuft die Grenze zwischen dem, was wirklich ist, und dem, was nicht? Was geschieht, wenn wir aufwachen und die Gestalten unserer Träume noch immer unter uns weilen? Was, wenn wir eines Tages den Traum nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden können? Oder gar nicht mehr erwachen? Was tun, wenn unsere Träume eine eigene Logik entwickeln und allmählich zu unserer einzigen Welt werden? Der Traum ist ein Phänomen, weit gefährlicher, als wir gewöhnlich glauben.