Endlich mal ein Roman über das 19. Jahrhundert, der nicht ins viktorianische London oder in die Bürgerliche Welt einer deutschen Großstadt führt. Tod an der Ruhr spielt da, wo damals die meisten Menschen tatsächlich lebten, in einem kleinbäuerlichen, dörflichen Umfeld, das um die Mitte des Jahrhunderts von der industriellen Entwicklung überrollt wird. Es kommt in dem Roman gut rüber, wie dramatisch sich dadurch das Leben der Menschen veränderte. Im Ruhrgebiet, wo die Handlung angesiedelt ist, verlief diese Entwicklung besonders rasant.
Die spannende Kriminalgeschichte um den Tod eines Hüttenarbeiters spiegelt die damaligen Verhältnisse anschaulich wider. Der ermittelnde Polizeidiener, Mordopfer und Tatverdächtige, sie alle sind Kinder ihrer Zeit, die mit dem Zusammenbruch der traditionellen Lebensformen fertig zu werden versuchen. Mein Fazit: ein etwas anderer und gerade deshalb sehr guter historischer Kriminalroman.