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Die Bibel. Eine Biographie

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Produktdetails

Titel: Die Bibel. Eine Biographie
Autor/en: Martin Urban

ISBN: 3869710063
EAN: 9783869710068
Eine Biographie.
Galiani, Verlag

7. September 2009 - gebunden - 383 Seiten

Die Heilige Schrift ist nicht vom Himmel gefallen!
Die Bibel muss heute anders verstanden werden, als dies über 2000 Jahre lang der Fall war.
Die Bibel ist das wirkmächtigste Buch der Weltgeschichte. Wie jedes Geschöpf hat sie eine Biographie: eine Familiengeschichte mit Eltern (Gott-Vater und dem Heiligen Geist) und Ahnen (den Göttern und Göttinnen des Alten Orients), eine Entwicklungsgeschichte, eine Geschichte von Deutungen, Wirkungen und Nebenwirkungen - die wiederum jeweils ihre eigene Geschichte haben. Wer ohne zusätzliche Informationen die Bibel liest, kann dies nicht erkennen.
Am Schluss eines Gottesdienstes etwa spricht der Pfarrer üblicherweise die Worte: "Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir ..." So steht es im Vierten Buch Mose. Der Gott mit dem leuchtenden Antlitz ist der altägyptische Sonnengott. Im Laufe einer langen Geschichte hat der biblische HERR Gott viele andere Gottheiten integriert. Der Bibelleser kann nicht erkennen, das die vielen Götter des Orients in dem einen Gott der Juden, Christen und Muslime aufgingen, der allerdings immer noch voller Widersprüche ist. Auch die Geschichten um Moses, Noah oder die Königin von Saba haben einen historischen Hintergrund. Die Berichte und Deutungen des Lebens von Jesus durch die Evangelisten und Apostel sind ohne die Kenntnis der Bücher des Alten Testaments, der Bibel von Jesus und seinen Jüngern, nicht zu verstehen.
Heute wissen wir: Der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten fand ebenso wenig statt wie die Eroberung des Gelobten Landes. Mancher biblische Prophet ist eine Erfindung der alten jüdischen Theologen. Die Zehn Gebote sind ein Konstrukt. Die Psalmen Davids stammen nicht von David, die Sprüche Salomos nicht von Salomo. Jesus war kein Christ, Petrus war nicht katholisch und schon gar nicht der erste Papst, und er hat auch keine Briefe hinterlassen. Nur sieben von 13 Paulus-Briefen gelten als echt.
Vieles, was in der Bibel steht, darf man nicht wörtlich nehmen. Die Kirchen beider Konfessionen sind jedoch, freundlich gesagt, noch nicht so weit, aus den Erkenntnissen der Wissenschaft Konsequenzen zu ziehen. Denn damit würden sich die zu Dogmen erstarrten Bilder relativieren. Das macht manchem Frommen Angst. Das aber gäbe auch eine Chance, aus den verstaubten heiligen Räumen herauszukommen und sich in größerer Freiheit an der Auseinandersetzung über Gott und die Welt zu beteiligen. Dass die Kirchen diese aufregenden, hochspannenden Erkenntnisse der verschiedensten Wissenschaftsbereiche nicht aufnehmen, nicht einmal die ihrer eigenen Theologen, ist Martin Urban ein Dorn im Auge. Mit Hilfe der historisch-kritischen theologischen Forschung, der modernen Sprach- und Textwissenschaften, der Archäologie, der Geschichtswissenschaften sowie insbesondere auch der Erkenntnisse der Naturwissenschaften, erzählt er die Biographie der Bibel und zeigt, dass sie heute anders verstanden werden muss, als dies über zweitausend Jahre lang der Fall war.
Das zu wissen, macht die Bibel nicht weniger wichtig, sondern glaubwürdiger. Martin Urbans Fazit: "Für mich bleibt das Alte Testament zusammen mit dem Neuen Testament als eine Bibel Grundlage unserer Kultur und aller Bemühungen, Gott und die Welt zu suchen und zu verstehen."
"Martin Urban, geboren 1936 in Berlin, stammt aus einer Theologenfamilie, studierte aber Physik, Chemie und Mathematik. Er gründete das Wissenschaftsressort der Süddeutschen Zeitung
und leitete es über dreißig Jahre lang. Martin Urban lebt und schreibt in Gauting bei München. Mehrere seiner früheren Bücher (u. a. Warum der Mensch glaubt) wurden zum "Wissenschaftsbuch des Jahres" gewählt."
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Sparchlich und inhaltlich gelungene und glaubwürdige Darstellung - von Winfried Stanzick - 09.03.2010 zu Martin Urban „Die Bibel. Eine Biographie“
Für ein grundlegendes Neuverständnis der Texte der Bibel plädiert der Journalist und Autor in dem vorliegenden Buch. Martin Urban, der selbst aus einer Theologenfamilie stammt und in der Vergangenheit in zahlreichen Büchern zum Thema Denken und Glauben gezeigt hat, wie wichtig er die jüdisch-christlichen Überlieferungen und Werte der Bibel hält, setzt sich dennoch dafür ein, endlich die den professionellen Theologen schon lange bekannten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Bibel auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Das vorliegende Buch versucht dies in einer, wie ich finde, sehr gelungenen und verständlichen Weise. Martin Urban verknüpft, inhaltlich und sprachlich gekonnt, die Erkenntnisse der historisch-kritischen theologischen Forschung, der Sprachwissenschaft, der Archäologie, der Geschichtswissenschaft und der Naturwissenschaft zu einem Werk, das mit manchen zum Teil bis heute verhängnisvollen Irrtümern aufräumt (vgl. nur seine brillante Dekonstruktion der kirchlichen Lehre von der Bedeutung des Kreuzestodes Christi als Sühneopfer) und am Ende bei aller Entmythologisierung und Kritik die Bibel als eine Art Biographie beschreibt, gespeist aus den Einzelbiographien und Erfahrungen unzähliger Menschen durch eine lange Zeit, und als ein Buch nahe bringt, das durch seine Kritik nicht etwa weniger wichtig geworden ist, sondern im Gegenteil glaubwürdiger. Den Kirchen und ihren professionellen und ehrenamtlichen Verkündigern sei empfohlen, die zum Teil schon lange bekannten Erkenntnisse endlich in ihre Predigt und ihren Unterricht einzubauen und diese entsprechend zu verändern. Auch sie werden dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnen, und viel mehr Menschen könnten dann mit der Bibel vielleicht wieder etwas anfangen für ihr Leben und Sterben.
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