Das Buch ist aus der Erzähler Perspektive geschrieben und aus der Sicht von Tessia erzählt.
Die Schreibart ist zwar gut verständlich und flüssig, jedoch hat die Erzählperspektive mich am richtigen Abtauchen in die Geschichte gehindert. Die Gedanken und Gefühle der werden direkt geschildert, aber für mich fehlt dabei die Tiefe.
Wer die Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier kennt, entdeckt hier viele interessante Zusammenhänge, doch auch Neueinsteiger können der Handlung gut folgen. Das Worldbuilding finde ich ausgereifter als in der Trilogie und bekommt durch die Erzählung ein wenig mehr mehr Tiefe und Vorstellung.
Die Story spielt viele Jahre vor Soneas Zeit und erzählt die Geschichte von Tessia, der Tochter eines Dorfheilers, die unerwartet magische Fähigkeiten entwickelt und dadurch in politische und gesellschaftliche Konflikte hineingezogen wird.
Tessia ist eine sympathische und mutige Protagonistin, wirkt jedoch in ihrer Entwicklung teilweise weniger ausgereift als Sonea. Sie möchte Heilerin wie ihr Vater werden. Sie ist pragmatisch, lernt schnell und muss den moralischen Spagat zwischen dem Heilen von Leben und dem Töten durch Magie meistern.
Lord Dakon, ein einflussreicher und wohlhabender Magier, der ihr Talent erkennt und sie ohne Vorurteile und trotz aller Widerstände als seine Novizin aufnimmt. Er setzt auch seine politische Stellung aufs Spiel, um sie zu fördern.
Ob Lord Dakon Tessia rechtzeitig ausbilden kann? Ob sie den Krieg gewinnen werden? Und was hat es mit der höhere Magie oder schwarzen Magie auf sich?
Magie ist teilweise ernster als die Hauptreihe, da neben der Ausbildung zur Magierin auch größere politische Spannungen und Entwicklungen eine wichtige Rolle spielen. Man erfährt, wie und warum die Gilde gegründet wurde.
Allerdings braucht die Geschichte auch wieder relativ lange, um an Dynamik zu gewinnen. Gerade im Mittelteil ziehen sich einige Stellen und nicht alle Nebenfiguren erhalten dabei ausreichend Tiefe. Manche Figuren bleiben auch ziemlich blass. Auch die dramatischen Ereignisse am Ende sind zwar emotional, aber teilweise auch sehr vorhersehbar.
Fazit: Die Vorgeschichte ist eine interessante Ergänzung zur Welt der Schwarzen Magier und bietet dazu spannende Hintergrundinformationen.