Der Vorsitzende eines Behindertenvereins wird erschossen. Ihm folgen in kurzer Zeitfolge weitere Opfer, ebenfalls Mitarbeiter des Vereins. Ann Kathrin Klaasen, Hauptkommissarin der Kripo in Aurich, nebst Team beginnt zu ermitteln.
Der Schreibstil ist schnörkellos flüssig. Die Lokalitäten werden gut beschrieben. Man bekommt eine gute Vorstellung von der Örtlichkeit, auch wenn man, so wie ich, Ostfriesland noch gar nicht kennt. Die Protagonisten sind differenziert charakterisiert und durchaus nicht nur sympathisch. So lässt z. B. Ann Kathrin Klaasen jede Souveränität im privaten Bereich vermissen und man schüttelt als Leser nur den Kopf.
Der Kriminalfall behandelt das Thema Behinderte mit geistiger Einschränkung, deren Verhalten und der Umgang mit diesen Personen. Einen großen Teil des Romans nimmt allerdings das Privatleben von Ann Kathrin Klaasen ein. Ihr Beziehungsstress und die Untreue ihres Ehemanns Hero, der Gewissenkonflikt wegen der ungenügenden Aufmerksamkeit die sie ihrem Sohn Eike widmet und nicht zuletzt ihre traumatische Erinnerung an ihren Vater, der ebenfalls bei der Kriminalpolizei war und im Dienst durch einen Bankräuber getötet wurde. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass es eher ein Beziehungsroman mit Krimianteil ist und nicht umgekehrt. Ich bin schon dafür, dass in einem Krimi auch das Privatleben eins Ermittlers einfließen soll, aber hier war es nach meinem Geschmack zu viel davon. Vielleicht ist das ja dem Beginn der Folge der "Ostfriesenkirmis" geschuldet. Das man zweitweise mitermitteln kann gefällt mir gut und auch, dass die Gedanken des Täters Bestandteil des Krimis sind.