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Lass es gut sein

Ermutigung zu einem gelingenden Leben. 1. Auflage.
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Produktdetails

Titel: Lass es gut sein
Autor/en: Friedrich Schorlemmer

EAN: 9783841200624
Format:  EPUB
Ermutigung zu einem gelingenden Leben.
1. Auflage.
Aufbau Digital

13. September 2010 - epub eBook - 248 Seiten

"Lass es sein, es hat keinen Zweck!“ - gegen solch resignative Lebens- und Redensart wendet sich dieses Buch. Friedrich Schorlemmer folgt der Maxime "Lass es gut sein und lass es gut werden.“ Aus genauen Beobachtungen gewinnt er Orientierungshilfen, die dem Einzelnen Halt und Hoffnung geben. Er macht Mut zu einem gedeihlichen Umgang mit der Natur, mit sich selbst und anderen, auch mit Gegnern und Fremden. Nöte und Ängste nicht verschweigend, schärft er eine Gelassenheit ein, die unsere Tatkraft stärkt.
Die in ihren Grundlagen gefährdete Erde verlangt allen mehr Rück-Sicht und mehr Weit-Blick ab. Was jeden von uns trägt, kann nur das sein, was uns alle gemeinsam trägt, prägt und bindet. Das Leben kann gelingen, wenn wir uns unserer Vergänglichkeit bewusst bleiben, unser Land lieben, Toleranz üben und die Wahrheit suchen, Widerstand gegen alles Lebensfeindliche leisten und uns mit anderen kompromissbereit einigen lernen.
1;Inhalt;6 2;Lass es gut sein;10 3;FREIHEIT ohne Grenzen ist Willkür;16 3.1;Freiheit und Brot;16 3.2;Die Moral des Marktes;18 3.3;Moderne Almosen: Hartz;22 3.4;Nicht resignieren protestieren!;33 3.5;Arbeit los Brot los Sinn los;38 3.6;Der in sich reiche Mensch;40 3.7;Durch freies Wachstum in die Wüste;44 3.8;Aus der Wüste in die Freiheit;50 4;Demokratie braucht VERTRAUEN und PARTIZIPATION;52 4.1;Einen Staat machen;52 4.2;Alles Lug und Trug? Das Vertrauen in die Demokratie;56 4.3;Agenten im Dienst der Demokratie;64 4.4;Von Niedergang und Notwendigkeit der Bürgerbewegung;67 4.5;Widerspruch wagen;72 4.6;Schnauze voll! Wahlverweigerung in der Demokratie;79 5;Zusammenleben gelingt durch SOLIDARITÄT;84 5.1;Das glücklichste Volk der Welt;84 5.2;Wie Gräben ausgehoben wurden;86 5.3;Verstehen, was uns trennt;95 5.4;Mit der Vergangenheit leben Wandlungen zutrauen;100 5.5;Mit enttäuschten Hoffnungen umgehen;106 5.6;Trümmer der Vergangenheit? Bausteine für die Zukunft!;111 5.7;Sucht, was eint: Symbole der Solidarität;119 5.8;Solidarisches Handeln im Angesicht der Flut;123 5.9;Naturkatastophen und globale Solidarität;128 5.10;Mit Verlierern umgehen;132 6;Ohne FRIEDEN ist alles nichts;134 6.1;Haben Sie Feinde?;134 6.2;Kain und Abel in mir (an)erkennen;136 6.3;Freund oder Feind Hass macht alle blind;139 6.4;Tapferkeit vor dem Freund;144 6.5;Dem Hass widerstehen Frieden machen;146 6.6;Zeichen setzen 2: Eine Kirche des Friedens;153 6.7;Die Logik des Friedens;155 6.8;Soldatsein als Gefährdung unseres Menschseins;158 6.9;Der Krieg gegen den Terror als Gefährdung unserer Gesellschaft;161 7;Dass ein gutes DEUTSCHLAND blühe;166 7.1;Nach-Sicht und Weit-Blick;166 7.2;Lieb dein Land;167 7.3;Mein schönstes deutsches Wort;173 7.4;Christlicher Patriotismus;174 7.5;Niederlage Befreiung Neubeginn;177 7.6;Respekt gegenüber anderen Kulturen;187 7.7;Toleranz üben;190 8;WERTE finden, SINN entdecken, MUT finden;199 8.1;Was mir etwas wert ist;199 8.2;Den Rhythmus des Lebens wiederentdecken;200 8.3;Fast
enkult in der Übersättigungsgesellschaft;205 8.4;Scham als Sensorium des Gewissens;208 8.5;Mose und die Sorge für die Alten;211 8.6;Leben lassen und sterben lassen;214 8.7;Keine Angst vor der Angst;218 8.8;Nimm dich wichtig;234 8.9;Dankbar leben glücklich werden;237 9;Der künftigen Generation ins Stammbuch geschrieben;244


Friedrich Schorlemmer, geboren 1944 in Wittenberge/Elbe, aufgewachsen in der Altmark, Publizist und Theologe. 1978-1992 Dozent im Evangelischen Predigerseminar und Prediger an der Schloßkirche in der Lutherstadt Wittenberg, 1992-2007 an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg. 1989 erhielt er die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte und 1993 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er gehört zum Herausgeberkreis der "Blätter für deutsche und internationale Politik". Friedrich Schorlemmer wurde 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet; 2014 erhielt er die Humboldt-Medaille, außerdem die Ehrendoktorwürde der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.
Dass ein gutes DEUTSCHLAND blühe (S. 165-166)

Nach-Sicht und Weit-Blick »Das Hemd ist einem näher als der Rock«, sagt das Sprichwort. Und das ist wahr. Doch wer nur das Nächste sieht, wird bald das Nachsehen haben. Das lehrt alle Erfahrung. In einer unübersichtlich gewordenen Welt, in der uns das Ferne täglich nahegerückt wird, gilt es, das umgrenzte eigene Revier in Ordnung zu bringen, in Ordnung zu halten, und zugleich die Rückwirkungen globaler Prozesse zum Guten zu wenden. Dass möglichst jeder ein Leben in Würde führen kann, muss Ziel allen Strebens bleiben. Was uns gemeinsam trägt, kann nur das sein, was jeden Einzelnen trägt, prägt und bindet. »Was gut ist für alle und zugleich dem Einzelnen gut tut« wäre eine brauchbare Lebensmaxime.

Gerade in einer entgrenzten Welt ist die Orientierung auf eine regionale und nationale Identität wichtig, die sich nicht gegen andere richten darf, richten muss und richten braucht. Nichts wäre fataler als die direkte oder indirekte Aufforderung, sein eigenes Land nicht zu lieben oder lieben zu dürfen. Wir Deutschen tun gut daran, dass wir uns auf die großen, beachtenswerten, Respekt gebietenden humanen Traditionen und Leistungen von Deutschen zurückbeziehen, um daraus geistige Impulse, auch Kraft zu schöpfen – ohne jede Überheblichkeit, aber mit Dankbarkeit, als Teil der Menschheit.

Es ist aller Ehren wert, sein eigenes Land zu lieben und zugleich andere Länder, fremde Menschen, ferne Kulturen zu achten. Wenn wir unsere Identität nicht positiv suchen, überlassen wir nationale Emotionen einer rechten »Denke«, die mit einer Gefühlswalze in uns schlummerndes nationalistisches Gedankengut wieder zu erwecken sucht und inzwischen damit weit mehr Bürger erreicht als jene, die rechtsradi
kal wählen. Nichts wäre jedoch unangemessener und für die Zukunft gefährlicher, als uns den Abgründen deutscher Geschichte nicht zu stellen. Das eine relativiert das andere nicht.

Es gehört zusammen, obwohl es eigentlich nicht zusammenpasst. Als Bürger eines toleranten, eines solidarischen, eines friedlichen und eines selbstbewussten Landes zeigen wir uns, wenn wir Übereinstimmung darüber erlangen, von welcher Vergangenheit her wir uns definieren, was uns als Vergangenheitsschutt geblieben ist und was uns fernerhin wirklich »etwas wert ist«, worauf wir stolz sein können, wofür es sich lohnt, sich – gemeinsam – einzusetzen und wie wir ohne Illusionen gemeinsam unsere Zukunft gestalten können.

Vielleicht mit einer neuen Bescheidenheit, mit einer neuen Demut, mit einer neuen Einfachheit erneut nach dem Sinn suchen, weil die bloßen Zwecke das Leben nicht erfüllen können. Die bloß individuelle und spirituell fokussierte Frage nach dem inneren Reichtum wird nur zu sinnvollen Resultaten führen, wenn zugleich die Frage nach der Verteilung des zur Verfügung stehenden sozialen und materiellen Reichtums gestellt wird. Die Verteilungsfrage darf im real existierenden Kapitalismus weder tabuisiert noch den Apologeten des Neoliberalismus überlassen werden. Dazu aber bedarf es ganz neuer nationaler und internationaler Verbünde, entschlossener Koalitionen von Gewerkschaften, Kirchen sowie von all jenen, die nicht dulden wollen, dass sich die Welt in Gewinner und Verlierer teilt. Auf jeden kommt es an, auf alle kommt es an. Auf Sie kommt es an.
Furioses Pamphlet und prägnante Ratschläge fürs Gelingende. (Neues Deutschland)

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