Gesundheitsförderung durch Hebammen ist eine gelungene analytische Darstellung vieler Faktoren, warum und wie Hebammen in der Gesundheitsförderung tätig sind. Das Buch hat eine lehrbuchartige Struktur. Theoretische Hintergründe werden mit Fallbeispielen erklärt und veranschaulicht. Die verständliche Übersicht zur Erklärung verschiedener Ebenen der Gesundheitsförderung (primäre, sekundäre, tertiäre) ist gut strukturiert und nachvollziehbar. Der Begriff der Salutogenese ist gegen den der Prävention abgegrenzt und differenziert mit anschaulichen Erklärungen. Viele gesundheitsförderliche Aspekte der Hebammenarbeit werden gebündelt erfasst und klar bezeichnet.
Mit der umfassenden Darstellung, wie Hebammen im Berufsalltag in allen ihren Tätigkeitsbereichen gesundheitsfördernd tätig sind, ist das Buch sicherlich auch eine gute Argumentationshilfe im Zusammenhang der Vergütung weiterer Arbeitsfelder wie beispielsweise Familienhebammen als Kassenleistungen oder Hebammen an Schulen.
Gut gefallen hat mir auch ein kurzes Kapitel zum Statistikverständnis. Anhand eines Beispiels wird erklärt, dass einiges mehr an Hintergrundwissen erforderlich ist als bloße Zahlen lesen zu können, um Statistische Zusammenhänge korrekt interpretieren zu können statt sich gegebenenfalls irreführen zu lassen. Das zeigt, dass Zahlen durchaus nicht immer so eindeutig sind, wie sie erscheinen.
Für Hebammen im Berufsalltag kann das Buch eine Unterstützung sein, (wieder) mehr zu erkennen und an der eigenen Arbeit wert zu schätzen, welchen Beitrag zur Gesundheitsförderung sie leisten, für bestehende und künftige Generationen. Diese Dinge werden üblicherweise seltener klar benannt, vielleicht, weil sie im Vergleich zu Beiträgen aus dem therapeutischen Bereich weniger sichtbar sind.
Das Buch geht nach einer Einleitung zu den grundsätzlich relevanten Begriffen auf Bereiche aus Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ein. Besonderheiten wie Mutterschaft bei Behinderung und gleichgeschlechtliche Elternschaft finden Berücksichtigung. Darüber hinaus werden auch über die Grundbereiche der Hebamme hinaus gehende Tätigkeitsfelder erörtert wie beispielsweise Hebammen an Schulen und Familienhebammen.
Die einzelnen Themen sind nicht allzu sehr in die Tiefe analysiert. Das Buch erhebt aber auch nicht den Anspruch, jedes Thema in die Tiefe zu behandeln, sondern, einen Überblick zu geben. Reichlich Literaturangaben zu den Themenbereichen bieten die Möglichkeit, sich in die Aspekte, die die Leserin oder den Leser interessieren, weiter einzuarbeiten.
Einige kleinere Tipp- und inhaltliche Fehler haben sich eingeschlichen, was bei einer Erstauflage ja meist noch vorkommt. Diese wurden bereits mit der Autorin und dem Verlag besprochen.