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Im Keller

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Titel: Im Keller
Autor/en: Jan Philipp Reemtsma

ISBN: 3499222213
EAN: 9783499222214
'rororo Taschenbücher'.
10. Auflage.
Rowohlt Taschenbuch

1. Oktober 1998 - kartoniert - 224 Seiten

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Am 25. März 1996 wurde Jan Philipp Reemtsma entführt. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes von 30 Millionen Mark kam er frei. Dies ist sein aufregender Bericht über seine Gefangenschaft.
Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, ist Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung und der Arno Schmidt Stiftung, Mitherausgeber der Bargfelder Ausgabe der Werke Arno Schmidts, der «Politischen Schriften» von Christoph Martin Wieland und hat einen Lehrauftrag an der Universität Hamburg. Der promovierte Philologe veröffentlichte «Falun. Reden und Aufsätze» (1992), «Das Buch vom Ich. Christoph MartinWielands <Aristipp>» (1993) und «Mehr als ein Champion. Über den Stil des BoxersMuhammad Ali» (1997).
Was er erlebte und erlitt, ist in der Tat ein geballter Filmstoff. Wann hat es das je gegeben, daß das Opfer einer Entführung derart reflexionsfähig gewesen wäre wie Jan Philipp Reemtsma? Der Spiegel
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ganz tief unten - von Xirxe - 18.08.2014 zu Jan Philipp Reemtsma „Im Keller“
Ein Mann wird entführt und nach Zahlung von unglaublichen 30 Millionen DM nach 33 Tagen wieder freigelassen. Das hört sich nach einem Thema für eine spannende und actionreiche Räuberpistole an, doch Im Keller ist eher ein psychologisches Kammerspiel als ein packender Kriminalroman. Jan Philipp Reemtsma, der im Jahre 1996 entführt wurde, berichtet des Geschehene aus drei Perspektiven: Zum einen die Außenseite (wie er es mit eigenen Worten bezeichnet) wie sie seine Frau und sein Sohn durchlebten. Dann folgen seine eigenen Erlebnisse soweit er sich daran erinnern kann, während er im dritten und letzten Teil zusammenzufassen versucht, was das ihm Widerfahrene in ihm auslöste. Schon die gerade mal ersten 40 Seiten lösen beim Lesen eine anhaltende Erschrockenheit aus, obwohl es sich im Grunde genommen um nichts anderes als eine sachliche, chronologische Darstellung dieser 33 Tage und der Zeit danach handelt. Doch insbesondere das Verhalten der Presse war selbst damals (fast 20 Jahre liegt das Ganze zurück) so rücksichts- und respektlos, dass man nur ungläubig den Kopf schütteln kann (Wenn man nicht will, dass einem ins Fenster hineinphotographiert wird (und man will nicht), muss man die Vorhänge vorziehen. ...man bleibt im Haus - das dann eben kein Zuhause mehr ist, sondern ein Versteck, das man abdichten muss gegen unbefugten Einblick.). Die nächsten 100 Seiten beschreiben die Entführung selbst aus der Sicht des Opfers in der dritten Person Singular. Es ist der Versuch des Autors, das Ganze mit Abstand zu berichten um so auch zu zeigen, ...dass es keine Ich-Kontinuität von meinem Schreibtisch zu dem Keller gibt.... Mir fiel es hier teilweise schwer, dem Ganzen zu folgen, da immer wieder ein Wechsel von der ersten zur dritten Person Singular eintritt, sobald der Autor aus seiner Perspektive den Geschehnissen etwas hinzuzufügen hat. Dennoch wird überdeutlich, welcher Druck in dieser Zeit herrschte: Würde er lebend den Keller verlassen, seine Familie wiedersehen? Wie würde er sterben? Würden sie ihn zuvor verstümmeln? Dennoch versucht er seine Würde zu bewahren so weit dies, gefesselt an eine Fußkette, möglich ist. Selbst sein Humor verlässt ihn nicht ganz. Im letzten Teil mit knapp 70 Seiten analysiert Jan Philipp Reemtsma, was in diesem Keller mit ihm geschehen ist. Dies ist wohl der erschreckenste Teil des Buches, denn es wird überdeutlich klar, dass von dem Mensch der in solch eine Situation gerät, nicht mehr viel bleibt. Die Ohnmacht ist absolut und diese entsetzliche Erfahrung wird man wohl nie wieder los. Ein bedrückendes aber auch lehrreiches Buch, das nicht immer ganz einfach zu lesen ist.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Im Keller - von Helga Schuppan (Ameis Buchecke) - 05.12.2006 zu Jan Philipp Reemtsma „Im Keller“
Wer leidet mehr? Der Entführte im Kellerloch, bei diffusem Kunstlicht, ohne Begriff von Raum und Zeit, von der Angst um das eigene Leben getrieben, von seinen Peinigern gedemütigt? Oder die Frau mit dem Sohn zuhause ? Umgeben von Rechtsanwälten, Polizisten, Psychologen und Freunden, umringt von Presse und Fernsehen? Die Frage wird überflüssig. Leiden tun beide. Jeder und jede auf ihre Weise in der jeweiligen Situation. Was aber der Entführte während seiner Gefangenschaft schreibt, diese Briefe sind ihm später peinlich. Seien sie doch außerhalb jeder 'Contenance'. Wie schwer drückt dann auch noch im nachhinein die Bemerkung der Frau: "Diesen Brief habe ich dir übelgenommen". Reemtsma, ein Intellektueller, ein Sozialwissenschaftler, obendrein Millionär aus einer Erbschaft, berichtet über die schrecklichen Tage seiner Gefangenschaft 'im Keller'. Sein Bericht ist so nah und deutlich verfasst, daß wir als Leser einen tiefen Einblick in die Situation des Opfers bekommen.
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