Nicolas Chamfort, 1741 in Clermont geboren, schloss ein theologisches Studium mit dem Titel eines Abbés ab und schrieb danach Bühnenstücke, die erfolgreich an Pariser Theatern aufgeführt wurden. Er wurde zu einem begehrten Gast der dortigen Salons und ließ sich vom Hochadel des Ancien Régime protegieren. Während der Französischen Revolution verfasste er politische Pamphlete und Reden, unter anderem stammt von ihm das geflügelte Wort »Krieg den Palästen, Friede den Hütten«. Während der Schreckensherrschaft Robespierres wurde er denunziert und verhaftet, kam zunächst wieder frei, bevor er einer erneuten Verhaftung durch einen Suizidversuch zuvorkam, an dessen Folgen er 1794 in Paris starb.
Ulrich Kunzmann,
1943 geboren, übersetzte seit 1969 aus dem Französischen, Spanischen und Portugiesischen. Nach einem Studium der Romanistik von 1961 bis 1966 promovierte er 1971 mit einer Arbeit über den guatemaltekischen Nobelpreisträger Miguel Ángel Asturias. Anschließend arbeitete er rund zwanzig Jahre als Dramaturg für Hör- und Schauspiele aus dem romanischen Sprachraum, bevor er seit 1991 hauptberuflich als Literaturübersetzer tätig war.
Im Laufe seiner Karriere legte Kunzmann mehr als 70 Übersetzungen vor. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die lateinamerikanische Literatur, die er mit großem Engagement im deutschsprachigen Raum bekannt machte. Zu den wichtigsten von ihm übersetzten Autoren zählen Miguel Ángel Asturias, Alejo Carpentier, Carlos Fuentes, Augusto Roa Bastos, Mario Vargas Llosa, Juan Carlos Onetti, Pablo Neruda, Rubén Darío, José Lezama Lima und Miguel Barnet. Darüber hinaus übertrug er Werke von José Ortega y Gasset, Bartolomé de Las Casas, José Luis Sampedro, Ramón María del Valle-Inclán, José Maria Eça de Queiroz sowie Bernard de Fontenelle. Auch an der ersten deutschen Gesamtausgabe von Blaise Pascal arbeitete er maßgeblich mit. Für Matthes & Seitz Berlin übersetzte der außerordentlich produktive, belesene und stilistisch versierte Übersetzer u. a. Autoren wie Nicolas Gomez Davila, Jean-Henri Fabre, Rivarol, Chamfort und Pascal. Ulrich Kunzmann starb 2023 in Berlin.
Fritz Schalk, 1902 in Wien geboren, habilitierte 1932 an der Universität Hamburg mit einer Arbeit über Pascal. Ab 1936 war er an der Universität Köln tätig, wo er 1937 die Professur des entlassenen jüdischen Institutsdirektors Leo Spitzer übernahm. Neben seiner Lehrtätigkeit war er als Autor, Herausgeber und Übersetzer tätig, wurde 1970 emeritiert und 1979 in den Orden Pour le Mérite aufgenommen. Schalk starb 1980 in Köln.
Albert Camus, 1913 im heutigen Dréan, Algerien, geboren, erhielt 1957 für sein philosophische und literarisches Gesamtwerk, zu dem Klassiker wie
Die Pest
,
Der Mythos des Sisyphos
und
Der Mensch in der Revolte
zählen, den Nobelpreis für Literatur. Camus, der sich Zeit seines Lebens politisch engagierte, antikolonial, antifaschistisch und antistalinistisch, starb 1960 an den Folgen eines Autounfalls und gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts.