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Montalbanos allererster Fall

Commissario Montalbano findet seine Bestimmung. Originalt…
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Produktdetails

Titel: Montalbanos allererster Fall
Autor/en: Andrea Camilleri

EAN: 9783838752617
Format:  EPUB
Commissario Montalbano findet seine Bestimmung.
Originaltitel: La Prima Indagine di Montalbano.
Übersetzt von Christiane von Bechtolsheim
Lübbe

17. Januar 2014 - epub eBook - 144 Seiten

Wie sah Salvo Montalbanos Leben eigentlich aus, ehe er Commissario wurde? Gab es vor Livia andere Liebschaften, die sein Herz höher schlagen ließen? Und warum fand er ausgerechnet in Vigàta seine Heimat?
In "Montalbanos allererster Fall" werden diese und andere Geheimnisse gelüftet. Dabei muss sich Comissario Montalbano gleich zu Beginn seiner neuen Stelle beweisen und lehnt sich auf gegen die Großen und Mächtigen, um sich für das Recht eines jungen Mädchens einzusetzen.

Die in diesem E-Book enthaltene Kurzgeschichte stammt aus dem Erzählband "Der falsche Liebreiz der Vergeltung" von Andrea Camilleri.

Eins


Die bevorstehende Beförderung zum Kommissar wurde Montalbano genau zwei Monate vor der mit Stempeln übersäten offiziellen Mitteilung auf höchst merkwürdigen Wegen geweissagt.

In jeder anständigen Amtsstube ist die Weissagung (oder Vorhersage, wenn einem das lieber ist) der näheren oder ferneren Zukunft eines jeden Mitarbeiters selbiger Amtsstube – und der angrenzenden Amtsstuben – eine alltägliche, simple, ganz normale Übung; es ist gar nicht nötig, beispielsweise die Eingeweide eines zerlegten Tiers zu studieren oder den Flug der Stare zu beobachten, wie unsere Ahnen es taten. Man braucht auch nicht den Kaffeesatz zu lesen, wie man es in moderneren Zeiten zu tun pflegt. Dabei wird in diesen Amtsstuben jeden Tag hektoliterweise Kaffee getrunken. Nein, für eine Weissagung (oder Vorhersage, wenn einem das lieber ist) ist ein halbes Wort, ein verstohlener Blick, ein Grummeln mit geschlossenem Mund, eine ansatzweise hochgezogene Augenbraue mehr als genug. Und diese Weissagungen (oder Vorhersagen, wenn usw.) betreffen nicht nur die berufliche Laufbahn der Beamten, Versetzungen, Beförderungen, Tadel, Vermerke zu einem Verdienst oder einem Vergehen, sondern beziehen sich oft und gern aufs Privatleben.

»Spätestens in einer Woche wird die Frau unseres Kollegen Falcuccio ihren Mann mit dem Assistenten Stracuzzi betrügen«, flüstert Buchhalter Piscopo dem Geometer Cardillo zu und schaut dem ahnungslosen Kollegen Falcuccio nach, der gerade aufs Klo geht.

»Wirklich?«, fragt der Geometer leicht überrascht.

»Da können Sie Gift drauf nehmen.«

»Und woher wissen Sie das?«

»Aber ich bitte Sie«, sagt Buchhalter Piscopo mit einem leisen Grinsen, während er den Kopf auf die Seite und die rechte Hand aufs Herz legt.

»Haben Sie Signora Falcucci
o mal gesehen?«

»Nein, nie. Wieso fragen Sie?«

»Weil ich sie kenne.«

»Ja und?«

»Wissen Sie, sie ist fett, behaart und winzig.«

»Was hat das denn schon zu sagen? Oder haben fette, behaarte, winzige Frauen etwa nicht dieses Ding da zwischen den Beinen?«

Und siehe da, pünktlich sieben Tage nach diesem Gespräch röchelt Signora Falcuccio vor Lust (»Maria! Ich sterbe!«) in Stracuzzis breitem Witwerbett.

Und wenn solche Dinge schon in jeder normalen Amtsstube passieren, wie hoch muss dann erst die Erfolgsrate der Weissagungen (oder Vorhersagen, wenn usw.) in Kommissariaten und Polizeipräsidien sein, wo das komplette Personal quer durch die Hierarchie eigens darauf trainiert und geschult ist, das winzigste Indiz, die kleinsten atmosphärischen Änderungen wahrzunehmen und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

Die Nachricht von der Beförderung traf Montalbano nicht überraschend, sie war fällig, wie das in einer Amtsstube heißt, er hatte seine Lehrzeit als stellvertretender Kommissar unter Commissario Libero Sanfilippo in Mascalippa, einem abgelegenen Dorf in den Erei-Bergen, längst absolviert. Was Montalbano allerdings Sorgen bereitete, war der so genannte Bestimmungsort, die Frage, wohin man ihn schicken würde. Bestimmungsort klang nach Schicksal. Denn zur Beförderung gehörte die Versetzung. Also eine neue Wohnung, neue Gewohnheiten, neue Freunde: ein erst noch zu entdeckendes Schicksal. Offen gestanden setzten ihm Mascalippa und Umgebung arg zu, nicht die Bewohner, die weder schlechter noch besser waren als anderswo, mit dem richtigen Verhältnis von Delinquenten und anständigen Leuten, von Trotteln und Gescheiten, nein, er ertrug einfach die Landschaft nicht mehr. Damit wir uns recht verstehen, wenn es ein Sizilien gab, das er gern betrachtete, dann genau die
ses Sizilien mit der verbrannten und verdorrten, der gelben und braunen Erde, wo ein hartnäckiges Fleckchen Grün Aufsehen erregt, wo sich die weißen Würfel der Katen an die Abhänge klammern und aussehen, als kämen sie bei einem stärkeren Windstoß ins Rutschen, wo nicht einmal die Eidechsen und Schlangen am frühen Nachmittag Lust haben, in ein Büschel Mohrenhirse zu schlüpfen oder sich unter einem Stein zu verkriechen, sondern sich reglos ihrem Schicksal überlassen, egal was es für sie bereithält. Und am liebsten schaute er auf die Betten der ehemaligen Flüsse und Bäche, zumindest hießen sie immer noch so auf den Straßenschildern, Ipsas, Salsetto, Kokalos, dabei waren sie nichts weiter als eine Spur aus kalkweißen Steinen, verstaubten Flusskieseln. Er betrachtete die Landschaft gern, das schon: Aber wenn man tagaus, tagein darin lebte, konnte man verrückt werden. Denn er brauchte das Meer. Wenn er in Mascalippa frühmorgens das Fenster öffnete und tief einatmete, füllten sich seine Lungen nicht, sondern schienen sich vielmehr zu entleeren, und er musste nach Luft schnappen, als hätte er lange den Atem angehalten. Sicherlich war die frühe Morgenluft in Mascalippa gut, etwas Besonderes, sie roch nach Stroh und Gras, sie roch nach offenem Land, aber ihm genügte sie nicht, sie drohte ihn sogar zu ersticken. Er brauchte Meeresluft, den Geruch der Algen in der Nase, er brauchte den leicht salzigen Geschmack, wenn er sich über die Lippen leckte. Er brauchte lange Spaziergänge frühmorgens am Strand, wenn sich die Wellen brachen und seine Füße liebkosten. Die Versetzung in ein Bergdorf wie Mascalippa war schlimmer als zehn Jahre Knast.

An dem Morgen, an dem jemand, der nicht das Geringste mit Polizeipräsidien und Kommissariaten zu tun hatte, sondern Staatsbeamter war (nämlich der Leiter des Postamtes),
ihm die Versetzung prophezeit hatte, wurde Montalbano zu seinem Chef, Commissario Libero Sanfilippo, bestellt. Der war ein richtiger Polizist und merkte sofort, ob die Person, die er vor sich hatte, die Wahrheit sagte oder das Blaue vom Himmel herunterlog. Er gehörte schon damals, also im Jahr 1985, einer vom Aussterben bedrohten Art an. Wie die Ärzte früher, die noch einen scharfen Blick hatten und einen Patienten nur anzusehen brauchten, um seine Krankheit zu diagnostizieren, während heutzutage ein Arzt dasteht wie der Ochs vorm Berg und ohne die unzähligen, mittels avantgardistischer Technik erstellten Analysen nicht mal eine simple altmodische Grippe erkennt. Als Montalbano Jahre später an die Anfänge seines Berufslebens zurückdachte, fiel ihm zuallererst Libero Sanfilippo ein, der sich zwar den Anschein gegeben hatte, als wollte er ihm gar nichts beibringen, ihm aber in Wirklichkeit sehr viel beibrachte. Vor allem, wie man angesichts eines schlimmen und erschütternden Ereignisses sein inneres Gleichgewicht behielt.

»Wenn du dich zu irgendeiner Reaktion hinreißen lässt, Bestürzung, Schrecken, Empörung, Mitleid, dann kannst du einpacken«, erklärte Sanfilippo ihm bei jeder Gelegenheit. Diesen Rat zu befolgen war Montalbano jedoch nicht immer möglich, denn bisweilen wurde er trotz aller Gegenwehr von seinen Gefühlen überwältigt.

Zweitens hatte Sanfilippo erklärt, wie man den scharfen Blick pflegte, um den ihn sein Stellvertreter sehr beneidete. Doch auch diese zweite Belehrung beherzigte Montalbano nur, so weit er konnte: Sichtlich war der Superman-Röntgenblick großenteils ein Geschenk der Natur.

Sanfilippos negative Seite war – zumindest in den Augen des Stellvertreters, der zu den Altachtundsechzigern gehörte – seine absolute, blinde Ergebenheit jeder Art von höherer Ordnung gegenüber. Die gesetzli
che Ordnung. Die öffentliche Ordnung. Die soziale Ordnung. Während seiner Anfangszeiten in Mascalippa hatte Montalbano sich irritiert gefragt, wie ein so gebildeter, hochanständiger Mann solch ein eisernes Vertrauen in ein abstraktes Konzept haben konnte, das, kaum auf die Realität übertragen, die unangenehme Gestalt eines Knüppels oder eines Paars Handschellen annahm. Die Antwort fand er, als er eines Tages zufällig den Personalausweis seines Vorgesetzten in die Hand bekam. Der vollständige Name lautete Libero Pensiero Sanfilippo. Heilige Muttergottes! Libero Pensiero, Volontà, Libertà, Palingenesi, Vindice – Freier Gedanke, Wille, Freiheit, Wiedergeburt, Rächer – waren die typischen Namen, die Anarchisten früher ihren Kindern gaben! Bestimmt war auch der Vater des Commissario Anarchist gewesen, und der Sohn war aus Protest nicht nur Polizist geworden, sondern hatte sich in einem letzten Versuch, das genetische Erbe des Vaters zunichte zu machen, obendrein auf die Ordnung fixiert.

»Guten Morgen, Dottore.«

»Guten Morgen. Schließen Sie die Tür und setzen Sie sich. Von mir aus können Sie auch rauchen. Aber passen Sie ja auf die Asche auf.«

Klar. Denn abgesehen von höheren Ordnungen liebte Sanfilippo auch die Ordnung im Kleinen. Wenn ein bisschen Asche neben dem Aschenbecher landete, rutschte Sanfilippo auf dem Stuhl hin und her, verzog das Gesicht und litt.

»Wie läuft der Fall Amoruso-Lonardo? Kommen Sie voran?«

Montalbano war überrascht. Welcher Fall? Filippo Amoruso, ein siebzigjähriger Rentner, hatte die Grenze seines Gemüsegartens erneuert, knapp zehn Zentimeter des Nachbargartens, der dem achtzigjährigen Rentner Pasquale Lonardo gehörte, mitverarbeitet und damit die Grenze leicht verschoben. Selbiger behauptete dann in Gegenwart Dritter, er sei mit Amorusos verstorbene
r Mutter, die es, wie alle Welt wisse, mit jedem getrieben habe, wiederholt intim gewesen. Amoruso stieß daraufhin Lonardo wortlos ein Klappmesser zehn Zentimeter tief in den Bauch, bedachte allerdings nicht, dass Lonardo gerade eine Hacke in der Hand hielt, mit der er Amoruso den Schädel einschlug, bevor er selbst zusammenbrach. Jetzt lagen alle beide im Krankenhaus, angezeigt wegen Körperverletzung und versuchten Mordes. Die Frage des Commissario war so vollkommen überflüssig, dass sie nur...


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