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Die neue Weltliteratur

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Produktdetails

Titel: Die neue Weltliteratur
Autor/en: Sigrid Löffler

EAN: 9783406653520
Format:  EPUB
und ihre großen Erzähler.
Beck C. H.

16. Dezember 2013 - epub eBook - 344 Seiten

Die Literatur der Welt ist in Bewegung: Als Ergebnis der Entkolonialisierung der 60er- und der Globalisierung der letzten 30 Jahre ist eine völlig neue, nicht-westliche Literatur entstanden, die zumeist von Migranten und Sprachwechslern aus ehemaligen Kolonien und Krisenregionen geschrieben wird. Nomadische Autoren erzählen farbig und prall, reflektiert und in den unterschiedlichsten Tönen Geschichten über gemischte Herkünfte und hybride Identitäten, transnationale Wanderungen und schwierige Integrationen. Sigrid Löffler stellt ihre wichtigsten Repräsentanten vor, ordnet ihre Werke bestechend und klug in die großen politisch-kulturellen Konfliktfelder der Gegenwart ein, von V.S. Naipaul, Salman Rushdie, Michael Ondaatje und J.M. Coetzee bis zu Aleksandar Hemon, Teju Cole und Gary Shteyngart.
Sigrid Löffler, geboren 1942, ist Literaturkritikerin, Publizistin und Kulturkorrespondentin. Sie war Redakteurin, Ressortleiterin und Herausgeberin bei zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften im deutschsprachigen Raum, mit Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek ständige Teilnehmerin an der ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett", Feuilletonchefin der "ZEIT" und Herausgeberin der Zeitschrift "Literaturen". Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt das Ehrendoktorat der Universität Bielefeld 2010. Sigrid Löffler lebt in Berlin.

1. Kapitel


Einleitung – Worum es geht


 

 

Zuerst kamen die Jamaikaner, aber auch Menschen aus Trinidad und von anderen Inseln der Karibik. Sie waren eingeladen worden, in Großbritannien zu leben und zu arbeiten. Sie kamen wie gerufen, und sie schienen auch willkommen. Sie ließen sich in London nieder – die Metropole des British Empire war die natürliche Ankunftsstadt für Bürger des Commonwealth. Vier Jahrhunderte lang hatte Großbritannien Kolonisatoren in alle Welt exportiert; nun, erschöpft vom Zweiten Weltkrieg und nicht in der Lage, sein Imperium noch länger zusammenzuhalten, entließ es die Kolonien und importierte im Gegenzug die Kolonisierten.

In mehreren Einwanderungswellen strömten diese nun ins Mutterland, auf der Suche nach einem Leben ohne Not. Der Anfang lässt sich genau datieren: Die ersten Arbeitsmigranten aus Jamaika landeten am 22. Juni 1948, als das Schiff «Empire Windrush» in Tilbury an der Themse-Mündung anlegte.

Nach den Menschen aus der Karibik kamen Menschen vom indischen Subkontinent – Inder, Pakistanis, schließlich auch Bengalen aus Bangladesch – und dann Afrikaner aus den ehemaligen britischen Kolonien. Obwohl auch sie um ihr Kommen gebeten worden waren – England benötigte sie als billige Arbeitskräfte –, waren sie vielen Briten nicht willkommen. Wie unerwünscht sie vielerorts waren, bekamen die Zuwanderer drastisch, oft am eigenen Leibe, zu spüren. Eingeladen, aber ausgegrenzt, angefeindet und in Slums abgedrängt zu werden – diese Erfahrung war für die Zuzügler eines der Rätsel ihrer Ankunft.

Und diese Erfahrung bedurfte der Klärung. Ein bewährtes Medium der Klärung und Selbsterklärung ist die Erzählung: Die Zuwanderer und deren Kinder begannen, sich selbst die Geschichte
ihres großen Lebensbruchs, ihrer Entwurzelung und Entortung, zu erzählen – die Geschichte ihrer Migration. Sie hatten die Migration das erste Mal durchlebt und riefen sie dann als eine imaginäre Deterritorialisierung und Weltwanderung von neuem ins Leben: als Literatur. «The Lonely Londoners» heißt der Roman von Sam Selvon, der die Geschicke einer Handvoll Einwanderer der «Generation Windrush» nur wenige Jahre nach deren Ankunft erzählt – aus ihrer Sicht und in ihrem kreolisierten Englisch. Fragen der Fremde, des Anders-Seins, der Identitätssuche, der mühsamen Annäherung und Eingewöhnung werden darin verhandelt. «The Lonely Londoners» war der erste Roman über die erste Immigrationswelle. Er war Vorbote einer gerade entstehenden neuen Literatur. Längst genießt er Klassikerstatus.

Indem sie Kulturgrenzen überschritten und damit auch erweiterten, wurden die Zugereisten zu Urhebern einer neuen Literatur des Dazwischen, des Oszillierens zwischen den Kulturen, der mehrfachen Identitäten. Sie erzählten vom Glück und Unglück hybrider Mischungen. Sie erzählten von einer Welt «in Transit», in einem beunruhigenden und widersprüchlich kodierten Zwischenraum unklarer Zugehörigkeiten. Sie brachten Kunde vom provisorischen Leben in diesem «Dritten Raum» – in einem auf Dauer gestellten Transitorium zwischen Aufbruch und Ankunft. Möglicherweise ist dieser «Dritte Raum» ohnehin der stimmigste Ort der migrantischen Moderne.

Hybridität ist ein Leitbegriff dieser Literatur. Diese Hybridität – eigentlich ein Kampfbegriff gegen die kolonialherrliche Gewohnheit, die Welt von sich aus als Zentrum zu denken – erwies sich als Motor der kulturellen Expansion und trug dazu bei, das eurozentrische Hierarchie- und Machtdenken, das auch die Literatur beherrscht hatte,
aus den Angeln zu heben. Sollte man diese neue nicht-westliche Literatur, die aus den Kolonien kam und mit ihrem gesamten kulturellen Herkunftsgepäck in den Westen eingewandert ist, «Commonwealth-Literatur» nennen? Keinesfalls, sagt Salman Rushdie, selbst ein Zuwanderer vom indischen Subkontinent. Den Terminus «Commonwealth-Literatur» weist er als diskriminierende neokoloniale Anmaßung zurück.

Nennen wir sie also Migrationsliteratur. Das Rätsel der Ankunft ist eines der großen Themen dieser Literatur – weshalb einer der Ankömmlinge aus der ersten Einwanderungswelle, ein Westinder aus Trinidad, seinem persönlichen Herkunfts- und Ankunftsnarrativ eben diesen inzwischen sprichwörtlichen Titel gab: «The Enigma of Arrival». Auch dieser autobiographische Roman gilt längst als Klassiker, als ein Schlüsseltext der Migrationsliteratur. Der Autor wurde später geadelt und erhielt den Literaturnobelpreis: Sir Vidia S. Naipaul. Das Rätsel der Ankunft hat dieser Zuzügler für sich jedenfalls ruhmreich gelöst. Er ist heute der Elite eines neuen ethnisch gemischten Weltbürgertums zuzurechnen – wie sie der afrobritische und in Princeton lehrende Philosoph Kwame Anthony Appiah in seinem Essay über «Cosmopolitanism» beschreibt, rühmt und als Lebensziel empfiehlt.

In dem Maße, wie das britische Empire zerbröckelte, erwuchs im Mutterland selbst ein neues Empire, «eine neue Gemeinschaft von Untertanenvölkern», wie Salman Rushdie diesen Human-Import aus den Ex-Kolonien anklagend nennt: Eine Art innerbritische Rekolonialisierung der Entkolonisierten gehe hier vonstatten. Doch man muss diese Zuwandererghettos in England nicht zwangsläufig nur als Armutsund Ausbeutungsfallen deuten; man kann sie auch als «Integrationsmaschinen» verstehen, als «traditionelles Wartezimmer für
den Zugang zur britischen Gesellschaft» – dies schlägt Doug Saunders in seiner weltumspannenden Studie «Arrival City» vor. Demnach wären die Ankunftsstädte der globalen Migrantenströme, im Westen allen voran London oder New York, als Räume der Verwandlung und des sozialen Aufstiegs zu sehen, die aus armen Menschen meist aus den landwirtschaftlichen Gebieten Asiens, Afrikas und der Karibik binnen ein, zwei Generationen Stadtmenschen machen können, die als ihr strategisches Lebensprojekt ihre eigene Urbanisierung vorantreiben und im Zuge dieses Prozesses auch ihre Zufluchtsorte gründlich verändern.

All dies ist im höchsten Maße erzählenswert. Auch Salman Rushdie räumt ein, dass kraft dieser britischen Armutsenklaven ein «transnationaler, translinguistischer Prozess der gegenseitigen Befruchtung» in Gang gekommen ist. «The Empire writes back to the centre» lautet die Formel, auf die er diesen Prozess gebracht hat.

In der Tat sind es die Zuwandererghettos, die so manchen bedeutenden Erzähler dieser neuen Weltliteratur hervorgebracht haben. Diese Enklaven erwiesen sich als fruchtbarer Nährboden der neuen Literatur des Dazwischen. Denn jede Einwanderungswelle in Großbritannien fand alsbald ihre Chronisten, ihre Geschichtsschreiber, ihre Helden-Epiker. Von Anfang an wurde die Immigration aus allen Ecken des zerfallenden britischen Imperiums von den Erzählungen der Einwanderer aus den Kolonien begleitet. Fremde war ihr Thema. «Fremde» – der, die, das Fremde – ist ja nicht nur ein Zentralbegriff der politischen Debatte, sondern eben ein zentrales Thema dieser Epoche, und somit auch in der Literatur.

In ihren Romanen und Erzählungen gaben diese Chronisten der Einwanderung den Erfahrungen des Migrantentums eine Stimme und machten die kulturelle Andersheit der Zugereisten, deren anfängliche Deso
rientierung und deren Anpassungsmühen literarisch produktiv. Mit wachsendem Selbstbewusstsein begannen sie die Diversität zu feiern. Sie haben die englische Literatur um neue Themen und Sichtweisen, Erzählstoffe und Erzählformen, Grammatiken, Metaphoriken und sprachliche Innovationen bereichert.

Diese Autoren schreiben Migrationsgeschichten aus der Sicht der Ankömmlinge. Es ist der Blick doppelter Außenseiter, die sich nirgends ganz zugehörig fühlen – weder im Herkunftsland noch im Zufluchtsland, erst recht nicht in den Transitländern, die sie passierten. Mit allen Kräften der Imagination und Symbolisierung verwandeln sie diese ambivalenten Erfahrungen in sprachmächtige Erzählungen. Sie nehmen das Dazwischen-Sein nicht länger als Stigma der Ausgeschlossenen hin, sie deuten es vielmehr als Vorschein des künftigen Generellen. Homi K. Bhabha, einer der führenden Theoretiker des Postkolonialismus, vermutet sogar, dass «transnationale Geschichten von Migranten, Kolonisierten oder politischen Flüchtlingen» drauf und dran seien, Hauptthema dieser neuen Weltliteratur zu werden.

Dafür spricht vieles. Dafür sprechen vor allem die gewaltigen Migrationsschübe der globalisierten Welt, die in den letzten Jahrzehnten nicht nur Großbritannien umgestülpt und gründlich verändert haben. England ist heute nicht mehr, was es vor sechzig Jahren war. Die Zuwanderungswellen nach dem Ende des British Empire verwandelten das Land innerhalb von wenigen Jahrzehnten von einer monokulturellen in eine multiethnisch gemischte Gesellschaft. Sie machten aus einem bis dahin fast monochrom weißen England ein buntes Gemisch von Herkünften und Hautfarben – auch wenn der Boom des multikulturellen Überschwangs inzwischen vorbei, der Traum von der seligen kulturellen Melange aus Orient und Okzident inzwischen ausgeträumt ist. Spä
;testens mit Nine...


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