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Das Spiel der Wellen

Roman. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. 1. Aufl. 2014.
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Produktdetails

Titel: Das Spiel der Wellen
Autor/en: Marcia Willett

EAN: 9783732501472
Format:  EPUB ohne DRM
Roman.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
1. Aufl. 2014.
Bastei Entertainment

15. August 2014 - epub eBook - 333 Seiten

Für die junge Lydia und ihre Kinder ist Ottercombe House an der Südküste Englands eine Insel des Glücks. Eines Glücks, das durch die Ankunft eines Fremden erst vollkommen, aber auch sehr zerbrechlich wird ...

Mit unvergesslichen Charakteren erzählt Marcia Willett von den Geheimnissen der Kindheit und den Tragödien des Lebens - und entführt ihre Leser mitten in den Kontinent des Herzens.

EINS


Es war Frühherbst, und im strahlenden Licht, das durch die offene Tür fiel, tanzten Sonnenstäubchen. Der Glanz überflutete die alte Sitzbank, ließ den großen Kupferteller auf dem Eichentisch leuchten und warf einen zarten Schimmer auf den großen, schon etwas verblichenen Seidenteppich an der Wand unterhalb der Galerie. Ein Paar knöchelhohe Gummistiefel lagen, achtlos abgestreift, auf dem Granitfußboden, und auf dem abgewetzten Kissen der Sitzbank stand wie vergessen ein Weidenkorb mit Bindfaden, einer Gartenschere, einer alten Pflanzkelle und Papiertütchen mit wertvollem Saatgut.

Das ferne Zirpen der Grillen und das Murmeln des Bachs untermalten die friedliche Stille. Bald würde die Sonne hinter der zum Meer abfallenden Klippe verschwinden und lange Schatten auf den Rasen werfen. Es war fünf Uhr: die Vorlesestunde.

Der Rollstuhl löste sich aus dem Schatten. Lautlos glitten die Gummireifen über den Fußboden mit den gesprungenen Mosaiksteinchen, ehe sie vor dem Salon zum Stillstand kamen. Die Gestalt im Rollstuhl saß regungslos, den Kopf geneigt, und lauschte Stimmen, die aus der Vergangenheit zu ihr drangen. Sie sah kleine Füße, die über die Chintzbezüge von Sofa und Sesseln kletterten, einen Stickrahmen mit einem halb fertigen Bild 

Pscht! Jemand liest eine Geschichte vor. Die Kinder scharen sich um die Mutter. Zwei größere Mädchen nehmen das Kleinste zwischen sich auf das Sofa; ein anderes liegt bäuchlings auf dem Boden, in ein Puzzlespiel vertieft, mit einem Bein in der Luft strampelnd – einziges Zeichen mühsam unterdrückter Energie. Ein anderes Kind sitzt auf einem Hocker neben der Mutter, eifrig bedacht, die Bilder zu betrachten, die die Geschichte illustrieren.

»Ich werde euch eine Geschichte erzählen«,
sagt die Stimme, »aber ihr dürft nicht rascheln, husten oder euch ständig die Nase putzen … und hört auf, euch die Lockenwickler aus den Haaren zu ziehen. Und wenn ich fertig bin, ist es Zeit, ins Bett zu gehen.«

Die Stimme der Mutter klingt kühl und melodisch wie der Bach und so bezaubernd, dass die Kinder sofort in Bann geschlagen sind. Die Welt um sie herum verschwindet, eine andere Welt taucht vor ihnen auf, die Welt der Phantasie und des Märchens.

Im Flur vor der Tür hatte Nest die Augen geschlossen. Die Lehnen ihres Rollstuhls umklammernd, sah sie die vertraute Szene vor sich und lauschte angestrengt den längst verklungenen Worten nach. Da störte das schrille Läuten des Telefons die Stille. Der Zauber war gebrochen. Eine Tür öffnete sich, Schritte huschten über den Flur. Nest hob den Kopf, und als sie hörte, dass aufgelegt wurde, drehte sie langsam ihren Rollstuhl, sodass sie die Galerie überblicken konnte. Ihre Schwester Mina trat auf den Treppenabsatz und sah zu ihr hinunter.

»Wenigstens hat dich das Läuten nicht geweckt«, sagte sie erleichtert. »Wolltest du gerade hinaus in den Garten? Sollen wir unseren Tee im Sommerhaus trinken? Es ist immer noch ziemlich warm draußen.«

»Wer war dran?« Nest ließ sich durch die verlockende Aussicht auf eine Tasse Tee nicht beirren. In der Stille lag ein dumpfer, warnender Nachhall. Sanft wie eine Feder hatte die Angst ihre Wange gestreift und sie innerlich erschaudern lassen. »Am Telefon. Lyddie etwa?«

»Nein, nicht Lyddie.« Mina gab sich fröhlich und zuversichtlich, wusste sie doch, dass Nest stets um ihre jüngste Nichte besorgt war. »Nein, es war Helena.«

Die Tochter ihrer ältesten Schwester schien in ernsthaften Schwierigkeiten zu stecken – gar nicht ty
pisch für Helena, die doch sonst immer alles im Griff hatte. Mina war beunruhigt.

Sie lief die Galerie entlang und die Treppe herunter. Über ihre Stoffhose in marineblauem Schottenmuster hatte sie dicke Socken gestreift. Ihr grüner Pullover, in dem sich Reisig verfangen hatte, war ausgeleiert. Das silberweiße Haar umrahmte ihren Kopf wie ein Heiligenschein, doch trotz der feinen Fältchen wirkten ihre graugrünen Augen noch immer jugendlich. Drei kleine weiße Hunde tapsten geräuschvoll hinter ihr her, ängstlich bemüht, den Anschluss nicht zu verlieren.

»Ich habe die Hecken gestutzt«, sagte sie zu Nest, »und plötzlich habe ich gemerkt, wie spät es schon ist. Also habe ich den Wasserkessel aufgesetzt.«

»Ich würde gern eine Tasse Tee trinken«, erwiderte Nest. »Aber für das Sommerhaus ist es wohl zu spät. Die Sonne geht bald unter, und außerdem ist es viel zu umständlich, alles rauszutragen. Trinken wir den Tee lieber im Wohnzimmer.«

»Gute Idee.« Mina war sichtlich erleichtert. »In zwei Minuten ist er fertig. Das Wasser kocht bestimmt längst.«

In Socken lief sie über die gemusterten Fliesen des Flurs, vorneweg die Sealyham-Terrier. Nest wendete den Rollstuhl und rollte langsam ins Wohnzimmer. Es war ein langer schmaler Raum mit einem Kamin auf der einen und einem tiefen Erkerfenster auf der anderen Seite.

»So dämlich geschnitten«, sagt Ambrose zu seiner jungen Frau, die das Haus kurz nach dem Ersten Weltkrieg geerbt hat. »Kaum Platz, um sich vor den Kamin zu setzen.«

»Für uns beide reicht es«, antwortet Lydia, die Ottercombe House fast so sehr liebt wie ihren gut aussehenden jungen Ehemann. »Wir können die Ferien hier verbringen. O Schatz, wie himmlisch, dass wir die Möglichkeit haben, aus London
rauszukommen!«

Mina, ihre Tochter, hatte vierzig Jahre später den Raum umgestaltet und in eine Sommer- und eine Winterhälfte aufgeteilt. Im Halbkreis um den Kamin waren jetzt bequeme Sessel und ein kleines Sofa gruppiert, während ein zweites, sehr viel größeres Sofa mit der hohen Rückenlehne zum Raum stand und den Blick auf den Garten erlaubte. Nest blieb neben der Verandatür stehen und schaute hinaus auf die Terrasse mit den Terrakotten, wo zwischen den Pflastersteinen rote und gelbe Kapuzinerkresse leuchtete, eine Blütenpracht, die sich den Hang hinunter bis zum Rasen erstreckte.

»Bald werden wir im Kaminfeuer Toastbrot rösten.« Mina stellte das Tablett auf den niedrigen Couchtisch, aufmerksam beäugt von den Hunden. »Nein, Boyo, Platz! So ist’s brav. Es ist noch etwas Kuchen übrig, und die Kekse hab ich auch mitgebracht.«

Nest manövrierte ihren Rollstuhl neben das Sofa, schüttelte den Kopf – nein, sie wollte kein Gebäck – und nahm dankend ihren Tee. »Und was wollte unsere liebe Nichte?«

Mina ließ sich in die weichen Sofakissen sinken. Der Augenblick der Wahrheit ließ sich nicht länger hinauszögern. Sie blickte durch das Fenster zu den bewaldeten Hängen der Schlucht. Zwei der drei Hunde hatten sich bereits auf ihrem Lager im Erkerfenster niedergelassen, aber der dritte sprang aufs Sofa und rollte sich neben seinem Frauchen zusammen. Mina strich mit der Hand über das warme weiße Fell des Tieres.

»Es geht um Georgie«, sagte sie. »Helena meint, dass man sie nicht mehr allein lassen kann. Letzte Woche sind zwei Wasserkessel durchgeschmort, die sie auf dem heißen Herd vergessen hatte, und gestern ist sie spazieren gegangen und wusste plötzlich nicht mehr, wo sie war. Man hat Helena im Büro angerufen, sie musste alles stehen und liegen
lassen und sie abholen. Die arme Georgie war völlig durcheinander.«

»Wegen ihrer Tochter oder weil sie sich verlaufen hatte?«, fragte Nest beiläufig, ließ dabei aber Mina nicht aus den Augen, denn sie ahnte, dass das Entscheidende noch nicht gesagt war.

Mina kicherte. »Beides ist denkbar, da hast du Recht«, stimmte sie zu. »Aber die Sache ist die: Helena und Rupert haben beschlossen, Georgie in ein Pflegeheim zu geben. Das ist schon seit längerem geplant. Jetzt haben sie offenbar eines gefunden, das mit dem Auto gut zu erreichen ist, sagt Helena.«

»Und was sagt Georgie dazu?«

»Allerhand, wie es scheint. Sie findet, dass sie bei ihnen einziehen kann, wenn sie schon ihre Wohnung aufgeben muss. Schließlich ist das Haus groß genug, jetzt, da die beiden Kinder im Ausland sind. Georgie wehrt sich natürlich.«

»Natürlich.« Nest nickte. »Wenn ich die Wahl hätte zwischen Rupert und Helena oder einem Heim, wüsste ich, wofür ich mich entscheiden würde. Aber warum ruft Helena uns deswegen an? Das tut sie doch sonst nicht. Allerdings ist Georgie auch nicht viel mitteilsamer, es sei denn, sie hat was auf dem Herzen.«

»Helena hat sich, glaube ich, sehr bemüht, Georgie ihre Selbstständigkeit zu lassen – nicht nur, weil es ihr und Rupert das Leben erleichtert.« Mina bemühte sich um Fairness. »Aber wenn Georgie nicht mehr unbeaufsichtigt bleiben kann, kann man sie ja auch nicht allein in Helenas Haus lassen. Wie dem auch sei, Helena sagt, dass im Heim momentan kein Platz frei ist, und fragt, ob wir Georgie nicht vorübergehend bei uns aufnehmen könnten.«

Woher kommt bloß diese Angst?, überlegte Nest. Georgie ist schließlich meine Schwester. Und sie wird langsam alt. Was ist nur los mit mir?

Sie trank ei
nen Schluck Tee, stellte die Tasse wieder ab und verkniff sich die Frage: Was heißt »vorübergehend«?

Stattdessen fragte sie: »Und was hast du Helena geantwortet?«

»Dass ich erst mit dir darüber sprechen muss«, erklärte Mina. »Schließlich ist es auch dein Zuhause. Was meinst du, könnten wir ein, zwei Monate mit Georgie auskommen?«

Ein, zwei Monate. Nest kämpfte die aufsteigende Panik nieder. »Du hättest die Hauptlast zu tragen«, sagte sie ausweichend, »deshalb frage ich dich, was du davon hältst.«

»Ich würde es wohl schaffen. Bilde ich mir jedenfalls ein.« Mina machte eine Pause und holte...


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