Atlantia. Eine Stadt unten auf dem Meeresboden, errichtet als Rettung für die Menschen nachdem es oben auf der Erde zu verseucht war, um dort zu leben. Jene, die dennoch im Oben leben, arbeiten für die Unten und schicken dringend benötigte Dinge hinunter. Jedes Jahr gibt es ein Ritual bei dem sich die Jugendlichen, die das richtige Alter haben, entscheiden können, ob sie im Unten bleiben wollen oder sich opfern und nach Oben gehen. In diesem Jahr sind auch die Zwillinge Rio und Bay dabei. Doch alles läuft anders als Rio erwartet hat und mit einem Male ist sie nicht nur allein, sondern muss sich auch fragen, wie ihre Schwester sie so verraten konnte. Für sie gibt es nur eine Möglichkeit: sie muss Bay finden und sie fragen. Dies gestaltet sich aber als sehr schwierig, denn die im Ritual getroffene Entscheidung ist endgültig. Rio findet unerwartet Hilfe in True und in Maire, ihrer Tante. Doch kann sie ihnen trauen? Zumal sie selbst ein großes Geheimnis hütet?
Ally Condie nimmt den Leser mit in die Unterwasserwelt von Atlantia. Auch wenn nicht alles bis ins Detail beschrieben wurde, so erwachte für mich die Stadt zum Leben und ich konnte mir Atlantia sehr gut vorstellen. Auch von den Hauptcharakteren hatte ich schnell ein gutes Bild. Rios Gedanken und ihre Entscheidungen konnte ich gut nachvollziehen, da sie gut zu ihrer Geschichte passen und es somit in sich schlüssig war, auch wenn ich vielfach ganz anders gehandelt hätte.
Die Autorin schreibt im Präsens, was eher ungewöhnlich ist. Bei anderen Autoren bin ich da schon drüber gestolpert, doch in diesem Fall hat es mich gar nicht gestört. Genau genommen hat es so einige Seiten gedauert, bis ich es überhaupt gemerkt habe. Ansonsten ist der Schreibstil eher ruhig. Dies führt dann auch zu meinem größten Kritikpunkt. Für mich kam leider kaum Spannung auf, die Geschichte ist alles in allem sehr unaufgeregt. Jegliche aufkeimende Spannung und auftretende Schwierigkeiten für Rio wurden leider meist innerhalb einer Seite wieder aufgelöst. Ich habe mich zwar keineswegs gelangweilt und habe mich gefragt, wie es wohl weitergeht, aber so richtig fesseln konnte mich das Buch leider nicht. Es waren einige angenehme Lesestunden, aber ich fürchte längerfristig wir mir das Buch nicht im Gedächtnis bleiben, was ich sehr schade finde. Die Idee gefällt mir nämlich sehr, die Umsetzung ist leider nicht so gut gelungen. Besonders das Ende kam mir zu schnell und zu einfach. Auf einmal haben sich alle lieb und alle Differenzen scheinen komplett vergessen zu sein.
Fazit: Atlantia ist eine Mischung aus einem Fantasyroman und einer Dystopie, basierend auf einer tollen Idee. Und auch wenn nicht allzu viel Spannung aufkommen mag, so ist die Geschichte doch nicht uninteressant und leichte Unterhaltung für zwischendurch. Wer einfach ein paar schöne Lesestunden und nichts mit größerem Tiefgang sucht, der wird sicher nicht viel falsch machen, wenn er sich mit Atlantia auf dem Sofa einkuschelt.