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Alchimie einer Mordnacht

Ein historischer Kriminalroman. Originaltitel: Prague Nig…
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Produktdetails

Titel: Alchimie einer Mordnacht
Autor/en: Benjamin Black, John Banville

ISBN: 3462049194
EAN: 9783462049190
Ein historischer Kriminalroman.
Originaltitel: Prague Nights.
Übersetzt von Elke Link
Kiepenheuer & Witsch GmbH

4. Oktober 2018 - gebunden - 372 Seiten

Ein spannender und kenntnisreicher Krimi um den exzentrischen Kaiser Rudolf II.
Christian Stern, unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg, kommt im Winter 1599 nach Prag, um dort sein Glück zu machen. Doch gleich in der ersten Nacht findet er die Leiche eines Mädchens. Christian wird zum Ermittler wider Willen. Winter 1599: Christian Stern, ein ehrgeiziger junger Gelehrter und Alchimist, will am Hof des paranoiden und unberechenbaren Habsburgers Rudolf II Karriere machen. Doch schon in der ersten Nacht findet er die Leiche einer jungen Frau, Magdalena, gerade erst 16 Jahre alt, in einer Gasse gleich neben dem Schloss. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten, sie trägt ein Samtkleid und ein goldenes Medaillon und ist ganz offenbar von edler Herkunft. Christian gerät in Verdacht - und in den Bannkreis skrupelloser Höflinge, die durch finstere Machenschaften versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Bald zieht Christian die Aufmerksamkeit des Kaisers selbst auf sich. Doch mit der kaiserlichen Gunst wächst die Furcht, dass es in diesem Ränkespiel auch um sein eigenes Leben gehen könnte.
"Das große Lesevergnügen besteht im Heraufbeschwören von Prag als einer Stadt der Maskierung und des Scheins." The Guardian
John Banville, geboren 1945 in Wexford, Irland, gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen literarischen Autoren. Sein umfangreiches Werk wurde mehrfach, auch international, ausgezeichnet, zuletzt mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis, dem Man Booker Prize (für »Die See«) und 2013 mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. John Banville lebt und arbeitet in Dublin und schreibt unter dem Pseudonym Benjamin Black Krimis und Thriller, die neben seinen Romanen ebenfalls bei Kiepenheuer & Witsch erschienen sind. John Banvilles Kriminalgeschichten spielen in der Regel in Irland der 50er Jahre, um den Pathologen und trockenen Alkoholiker Quirke. Laut Banville stellt Dublin aus jener Zeit das perfekte Setting für Kriminalgeschichten: schäbig, neblig und über allem der dunkle Kohlestaub. Lediglich der Thriller »Der Lemur«, 2008 im Original erschienen, spielt in New York der Gegenwart. Auch Banvilles letzter Krimi-Noir »Die Blonde mit den schwarzen Augen«, das 2015 auf Deutsch veröffentlicht wird, weicht von dieser Regel ab: Es spielt in Kalifornien und der ermittelnde Privatdetektiv ist die berühmte Figur des Schriftstellers Raymond Chandler Philip Marlowe.
"eine hochgradig unterhaltsame, dabei intelligente und historisch informierte (sowie informierende) Lektüre" Katharina Granzin taz 20190202
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Gelungener historischer Roman - von Fornika - 13.11.2018 zu Benjamin Black, John Banville „Alchimie einer Mordnacht“
Im Jahre 1599 verschlägt es den jungen Gelehrten Christian Stern nach Prag. Er will am Hof des Kaisers seine alchimistischen und naturwissenschaftlichen Studien vertiefen. Doch bevor es dazu kommt, findet er eine junge Frau ermordet auf. Brisanter Weise hat diese Verbindungen zum Hof, und so findet sich Christian sehr schnell am Ort seiner Wünsche wieder. Allerdings im Kerker, unter Mordverdacht. Blacks Ausflug in die düsteren Gassen Prags ist ein gelungener historischer Roman, der mich wirklich gut unterhalten hat. Seine Beschreibungen der Stadt selbst, aber auch des Hofes waren sehr bildhaft, sodass man sich schnell im Goldenen Gässchen oder in der Wunderkammer Rudolfs angekommen fühlte. Auch die Personen, seien sie fiktiv oder real, haben schnell Hand und Fuß. Ich mochte Christian gerne, auch wenn ihm etwas weniger jugendlicher Übermut sicherlich gut getan hätte. Auch der Kaiser selbst wird zur Hauptfigur, seine Bildung, aber auch seine geistige Umnachtung erlebt der Leser hautnah mit. Erzählt wird die Geschichte in einem etwas getragenen Stil, Stern blickt auf die Ereignisse im hohen Alter mit entsprechendem Abstand zurück. Mir hat diese Erzählweise sehr gut gefallen. Der Kriminalfall selbst kommt leider etwas dürftig daher, spannend wird es eher selten, dafür hat man eben einen guten historischen Roman zu lesen bekommen. Ich bin mit beiden Genres glücklich, wer aber einen superaufregenden Krimi erwartet, wird sicherlich etwas enttäuscht werden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Anspruchsvoll - von Daddy Cool - 15.10.2018 zu Benjamin Black, John Banville „Alchimie einer Mordnacht“
Prag gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Der Alchimist Christian Stern kommt in die Stadt um Arbeit zu finden. Doch er findet bereits in seiner ersten Nacht dort eine weibliche Leiche. Schnell wird er selbst zum Tatverdächtigen. Doch Kaiser Rudolf glaubt an seine Unschuld und gibt ihm die Chance, dies zu beweisen. Christian soll den wahren Mörder finden. Christian gerät am Hof in Lebensgefahr, denn dort herrscht Skrupellosigkeit und Intrige. Dieser Roman versetzt den Leser in eine vergangene Zeit eines Ortes, der relativ selten Thema historischer Romane ist. Man erfährt unheimlich viel Neues und dies macht das Buch umso interessanter. Der Kriminalfall ist spannend, wenn auch nicht aufdringlich. Insgesamt ist das Buch sehr anspruchsvoll - sowohl vom Thema als auch vom Schreibstil. Definitiv kein Buch für zwischendurch, aber sehr lohnend zu lesen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Prager Nächte - von milkysilvermoon - 15.10.2018 zu Benjamin Black, John Banville „Alchimie einer Mordnacht“
Prag im Winter 1599/1600: Der 25-jährige Christian Stern, ein unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg, ist gerade neu in die Stadt gekommen. Der ehrgeizige Gelehrte und Alchimist will am Hof des Habsburgers Rudolf II Karriere machen. Aber ein Mord kommt ihn in die Quere: Schon in der ersten Nacht findet er die Leiche der erst 16-jährigen Magdalena Kroll im Schnee. Ihre Kehle wurde brutal aufgeschlitzt. Das Opfer scheint aus gutem Hause zu sein. Als Fremder gerät Christian sofort in den Verdacht, der Killer zu sein. Dann jedoch wird er zum Ermittler wider Willen. Und als er die Aufmerksamkeit des Kaisers auf sich zieht, könnte auch sein eigenes Leben in Gefahr sein¿ "Alchimie einer Mordnacht" von John Banville alias Benjamin Black ist ein historischer Kriminalroman. Meine Meinung: Der Roman besteht aus zwei Teilen: Der erste spielt im Dezember 1599, der zweite im Januar 1600. Untergliedert ist er außerdem in 27 Kapiteln von einer angenehmen Länge. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Christian. Dieser Aufbau funktioniert gut. Der Schreibstil ist eher anspruchsvoll, aber dennoch flüssig, detailliert und anschaulich. Die Sprache wirkt durchaus authentisch. Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Mit Christian Stern steht ein Hauptprotagonist im Mittelpunkt, den ich nicht auf Anhieb sympathisch fand, zu dem ich jedoch im Laufe des Romans einen Zugang erhalten habe. Auch viele weitere Charaktere sind reizvoll angelegt und differenziert gezeichnet. Die Handlung ist nicht durchgehend spannend und die Ermittlungen stehen weniger im Vordergrund als bei einem klassischen Krimi. Dennoch kommt beim Lesen keine Langeweile auf, denn es gibt mehrere Wendungen und ich bin gerne in das atmosphärisch geschilderte Prag früherer Zeiten eingetaucht. Die Auflösung erscheint mir plausibel. Zum Lesegenuss trägt bei, dass die Geschichte einige historische Aspekte vermittelt. Gekonnt werden Fakten und Fiktion miteinander verwoben. Interessant finde ich auch die Nachbemerkung des Autors, in der er den Wahrheitsgehalt der Geschichte erläutert und auf die historischen Figuren eingeht. Hier zeigt sich die fundierte Recherche. Das stimmungsvolle Cover und die hochwertige Aufmachung der gebundenen Ausgabe gefallen mir sehr gut. Der deutsche Titel ist allerdings nicht so treffend gewählt wie das englische Original ("Prague Nights"), das ich inhaltlich für passender halte. Mein Fazit: Obwohl "Alchimie einer Mordnacht" von John Banville alias Benjamin Black für mich weder ein Krimi noch ein klassischer historischer Roman ist, hat mir das Buch unterhaltsame Lesestunden beschert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Starker historischer Roman im Prag des Spätmittelalters - von MarionHH - 12.10.2018 zu Benjamin Black, John Banville „Alchimie einer Mordnacht“
Prag, 1599: Der junge Gelehrte Christian Stern ist gerade frisch aus Würzburg in der Stadt eingetroffen, um sich am Hof König Rudolfs II. einen Namen zu machen. Gleich am ersten Abend findet er - völlig betrunken - die Leiche einer jungen Frau, brutal ermordet im Schnee liegend. Obwohl er es meldet, wird er kurz darauf verhaftet und von allen möglichen hohen Amtsträgern des Hofes befragt, bis er sogar den König selbst trifft. Es stellt sich heraus, dass die junge Frau die Tochter des Hofarztes sowieso die aktuelle Geliebte des Königs war. Dieser beauftragt Stern mit der Aufklärung des Verbrechens. Stern steht eine Zeit lang hoch in der Gunst des Königs und nimmt am Hofleben teil, in dessen Intrigen er bald fest verwoben ist, doch der Aufklärung des Falles kommt er keinen Deut näher. Es bleibt nicht bei einer Leiche, und bald kann er Freund und Feind nicht mehr voneinander unterscheiden¿ Üppiges Sittengemälde des Prager Hofes im Spätmittelalter, an dem so mancher Höfling eben noch hoch in der Gunst stand, nur um umso tiefer zu fallen, an dem sich Allianzen und Grüppchen bildeten, die alle gegeneinander intrigierten und an dem so mancher schneller im Kerker oder in der Verbannung landete als er den Kopf drehen konnte. Der Autor versteht es hervorragend, diese Zeit aufleben zu lassen, dem etwas skurrilen, politisch jedoch passiven König eine Persönlichkeit zu geben und insgesamt die Beschreibungen der Charaktere und deren Umfeld authentisch wirken zu lassen. Dabei erhebt der Autor keinesfalls den Anspruch, immerzu historisch korrekt zu bleiben, wie er in seinem Nachwort erläutert. Caterina Strada zum Beispiel, die jahrelange Geliebte des Königs, war in Wahrheit im Jahr 1599 gerade einmal um die 20 Jahre alt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, dabei durchaus gehoben, und aus der Sicht Christian Sterns erzählt, der rückblickend als alter Mann die Ereignisse erzählt. Dadurch lebt man sehr mit ihm mit, die Geschichte ist sehr stark auf ihn fokussiert. Mit ihm ist dem Autor auch wirklich eine Figur gelungen, die mit all ihren Stärken und Schwächen zutiefst menschlich und sympathisch ist. Das Buch kommt im Übrigen sehr schön gebunden mit Lesezeichen daher, der Schutzumschlag ist sehr ansprechend, wenn auch das Cover nicht unbedingt spätmittelalterlich anmutet. Der zeitliche Rahmen bewegt sich nur über einen Zeitraum von Dezember 1599, der Ankunft Sterns, bis Januar 1600, seine Abreise, also nur höchstens zwei Monate. Als "historischen Kriminalroman" würde ich das Ganze nicht bezeichnen, eher als historischen Roman mit kriminalistischen Elementen. Stern muss man zu Gute halten, dass er wirklich ins kalte Wasser geworfen und völlig überrollt wird, er füllt seine neue Rolle auch eher unzureichend aus. Er ermittelt nicht wirklich, sondern erhält Informationen eher zufällig und überraschend und Erkenntnisse treffen ihn erst spät. Am Ende werden die Morde zwar aufgelöst, das findet aber im Verborgen statt und hat nur Konsequenzen für ihn selbst. Stern ist durch und durch ein Kind seiner Zeit, dem schönen Leben und den Frauen zugetan, dabei aber sehr empathisch und intelligent. Der Fall beschäftigt ihn durchaus, aber nur aus dem Grund, weil er die Tote gefunden hat. Er ermittelt nicht im klassischen Sinn, sondern lässt sich treiben mit den Geschehnissen bei Hof, und manchmal überträgt sich das auch auf die Geschichte, die ein wenig dahinplätschert, bis sie gegen Ende wieder deutlich Fahrt aufnimmt. Von den Charakteren her ist es ein starkes Buch, wobei auch einige vermeintliche "Nebenfiguren" hervorstechen. Über Malaspina zum Beispiel oder einige andere hätte ich gerne mehr erfahren. Übrigens finde ich den englischen Titel "Prague Nights" etwas passender als den deutschen. Vieles findet eben in den mysteriösen Prager Nächten statt, wo graue Schatten lauern und Verbrechen geschehen. Die Konzentration erfolgt nicht so sehr auf "die eine Mordnacht", sondern viel eher auf diese vielen bösartigen Spielchen und vermeintlichen Bündnisse und Zusammenhänge am Hof. Fazit: Ein starker historischer Roman mit authentischen, gut herausgearbeiteten Personen. Wer einen richtig spannenden Krimi erwartet, ist hier leider falsch. Wer mehr über die historischen Hintergründe aus der Zeit Rudolfs II. erfahren möchte, wie zum Beispiel die Religionskriege oder die Ränke der Habsburger untereinander, ebenso. Politische und historische Ereignisse werden zwar erwähnt, spielen aber eine eher untergeordnete Rolle. Wer sich aber in ein farbenfrohes Sittengemälde voller Intrigen, Verbrechen, Lügen und falschen Freunden mit vielschichtiger Hauptfigur hineinversetzen möchte, wird hier fündig und erhält gute Unterhaltung in gehobenen Stil.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Etwas langatmig - von buchleserin - 09.10.2018 zu Benjamin Black, John Banville „Alchimie einer Mordnacht“
Der Protagonist Christian Stern erzählt von seiner Vergangenheit, wie er im Winter 1599 als junger gelehrter nach Prag kam und dort die Leiche eines Mädchens findet, es wurde brutal ermordet. Es ist Magdalena, die Tochter von Dr. Kroll, Hofarzt des Kaisers (Knochensäger und Magier). Vom Kaiser erhält Christian Stern den Auftrag, den Mörder zu finden. Die Handlung dieses historischen Kriminalromans beginnt ganz gemächlich. Christian Stern erzählt von seiner Studentenzeit und von zu Hause. Er ist ein unehelicher Sohn des Bischofs und berichtet von seinem Ziehvater Stern. Man erfährt also erst einmal einiges über Christian Stern, bis er schließlich auf die Leiche eines Mädchens trifft, die er auch an Ort und Stelle begutachtet. In Würzburg hat er 12 Monate Medizin studiert. Christian gerät selbst in Verdacht und schließlich mitten zwischen die Intrigen am Hofe des Habsburger Kaisers Rudolf II. Die Handlung war für mich leider nicht so spannend wie erhofft. Ich fand so einige Kapitel doch sehr langatmig und zähflüssig zu lesen. Der Beginn dieses Romans war ja schon langsam bis Christian Stern die Leiche findet. Dann wurde es auch interessant. Christian Stern geriet selbst unter Mordverdacht. Doch großartig ermittelt wurde irgendwie nicht, die ganzen Intrigen und Beziehungen der Protagonisten standen hier im Vordergrund. Caterina Sardo, die Mätresse des Kaisers Rudolf II, mit der auch Christan Stern sich einlässt, hat mir ganz gut gefallen. Die anderen Charaktere fand ich blass und uninteressant. Auch Christian Stern, anfangs noch ganz interessant, konnte mich nicht so richtig begeistern. Insgesamt ist "Alchimie einer Mordnacht" für mich nur ein mittelmäßiger historischer Roman. Die Handlung hätte spannender sein können, lieber spannende Ermittlungsarbeit und dafür weniger Bettszenen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Opulentes Lesevergnügen, eher Roman als Krimi - von Teewurst - 03.10.2018 zu Benjamin Black, John Banville „Alchimie einer Mordnacht“
Bei "historisch" geht bei mir irgendwie immer eine Klappe herunter. Warum? Ich glaube, weil ich in Geschichte immer eine Niete war. Geschichten haben mich hingegen immer fasziniert, und genau das macht der Ich-Erzähler (oder natürlich vielmehr der Autor) in "Alchimie einer Mordnacht" ganz fantastisch: eine Geschichte erzählen. Und wenn mich wohlgesetzte Worte und Sätze einer Leseprobe überzeugen, überwinde ich mein "Historisch"-Trauma und gebe Romanen wie diesen gerne eine Chance. Zumal der Autor in einer Nachbemerkung formuliert: "Ich überlasse es dem Leser, die historischen Charaktere von den erfunden zu trennen." Auch, dass auf dem Cover zwei alternative Namen des Autors - John Banville alias Benjamin Black - angegeben sind, gefällt mir irgendwie, weil es exzentrisch wirkt. Exzentrisch soll auch Kaiser Rudolf II gewesen sein. Ein besonderer Zeitgenosse ist ohne Zweifel der Protagonist: "»Stern!«, brüllte ich. »Christian Stern!« Ich sollte vielleicht zugeben, dass ich damals eine hohe Meinung von meinem Namen hatte, denn ich sah ihn schon auf den Rücken einer ganzen reihe gelehrter Bände prangen, die ich zweifellos eines Tages verfassen würde." Christian Stern hält nicht nur viel von sich und seinen Fähigkeiten (hat aber in der Erzählung auch häufig einen angenehm selbstironischen Abstand zu sich selbst), sondern ist auch unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg. Im Winter 1599 reist er nach Prag, um sich einen Platz unter den Gelehrten des Kaisers sichern. Statt seines Glücks findet der junge Gelehrte dort aber zunächst die Leiche einer jungen Frau, die offenkundig aus gutem Hause stammt. Stern wird verhaftet, erwirbt dann aber die Gunst des Kaisers höchstpersönlich. Rudolf beauftragt den Stern, herauszufinden, wer die junge Frau auf dem Gewissen hat. Der Ermittler wider Willen erfährt bald mehr, als ihm lieb ist, denn Rudolfs Hofstaat ist eine Ränkeschmiede sondergleichen - und Stern steckt plötzlich mittendrin¿ Ob Jeppe Schenckel, der bösartige Zwerg, Caterina Sardo, die durchtriebene Geliebte des Kaisers, der auch Stern verfällt, die kaiserlichen Berater Felix Wenzel und Philipp, der gestörte Don Giulio oder der paranoide und unberechenbare Kaiser - die Figuren, die der Autor zeichnet, sind alle auf ihre Weise skurril, verfolgen ihre ganz eigenen Ziele und stehen in krassem Gegensatz zu dem anfangs fast schon arglos wirkenden Stern. Ich konnte mir jede einzelne Figur bestens vorstellen, weil der Autor es vermag, mit seinen lebhaften, ausführlichen Beschreibungen Bilder in die Köpfe seiner Leser zu zaubern. Diese Fabulierkunst hat mich fasziniert, war mir dann und wann aber auch wieder zu viel des Guten, weil so die Handlung immer wieder ins Stocken kam. Ein bisschen ist der Erzählstil mit einer weiteren Figur zu vergleichbar, nämlich mit dem Nuntius Girolamo Malaspina: "Der Bischof hatte sehr kurze Arme und sehr kurze Beine, und sein Bauch, eine enorme Rundung, war so dick, dass er jeden Moment umzukippen und hilflos auf dem Boden herumzurollen drohte (¿). Der Nuntius stand einen Augenblick da, um diese Pracht zu begutachten, dann seufzte er tief und zufrieden und klopfte mit seinen kleinen Pranken froh auf die üppige Oberseite seines Bauches. "Ecco signore", sagte er. "Jetzt lasst uns schlemmen!" Der fröhliche Vielfraß ist aber nicht nur üppig, sondern auch scharfsinnig und nicht zu unterschätzen. Auch wenn ich gestehe, dass ich ein bisschen quergelesen habe, hat mir der Roman trotz seiner Opulenz gut gefallen - oder auch gerade deswegen.
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