Die Dystopie Cryptos von Autorin Ursula Poznanski umfasst 448 Seiten und ist im Loewe Verlag erschienen.
Die Geschichte spielt in einer Welt, in der das Klima bereits gekippt ist und der Menschheit das Leben in der echten Welt unmöglich macht. Für eine möglichst ressourcenschonende und klimaneutrale Existenz verbringt der Großteil der Menschheit nahezu jeden wachen Moment in vituellen Welten. Die Protagonistin Jana ist eine der wenigen Menschen, die nicht mehr nur virtuell lebt, sondern im echten Leben diese digitalen Welten designt. Als es zu Unregelmäßigkeiten in einer ihrer Welten kommt, gerät ihr geregeltes Leben gehörig außer Bahn und das Abenteuer beginnt!
Den Einstieg in das Buch habe ich als sehr gelungen empfunden. Man landet direkt mit Jana an ihrer Arbeitsstation und während sie in ihren Arbeitstag startet, bekommt man nebenbei die Funktionsweise der Welt erklärt. Das Ganze ist geschickt dosiert, ohne dass die Informationen überladen wirken. Und es dauert auch nicht lange, ehe es für Jana ernst wird. Die Idee der Geschichte und der Welt selbst wirkt heute auf mich erschreckend glaubwürdig. Es erscheint nicht unrealistisch, dass die Welt früher oder später an diesem oder einem ähnlichen Punkt landet. Das trägt nur dazu bei, dass die Geschichte einen durchgehend mitreißt. Zwischen bildhaften Beschreibungen, die die Welt lebendig werden lassen, Ideen, die überraschen und begeistern, und nicht zuletzt einer Handlung, die konstant an Fahrt und Spannung aufnimmt, habe ich mich von der ersten bis zur letzten Seite großartig unterhalten gefühlt - danke für das Abtauchen in eine andere Welt und die zahlreichen Denkanstöße!