Dass er eingeübte Lesehaltungen mit List unterläuft, verlangt beim Lesen ein Gleiches an Lust.
Martin Zingg, NZZ
Einen Geiger, setzt Traxler in den Text, der nach einer Symphonie von Schumann denkt, dass er nun alle Töne gespielt habe. Und dass dies dazu führen könnte, keine weiteren Töne mehr spielen zu können. Sie sind alle. Die Angst tritt hinzu, sie war vorher schon da. Eine Frage des Aufbrauchens? (. . .) Hier nicht, aber an anderen Stellen setzt Traxler Fehler in den Text ein, plötzliche Absätze, die den letzten Buchstaben eines Wortes zum Anfang des nächsten Absatzes machen, agrammatische Fügungen, Druckfehler, Tippfehler, aber sind es Fehler?
Monika Rinck, piqd, Literatenfunk
Traxlers Stimmen-Komposition bindet die Poesie immer wieder zurück in die jeweils aktuelle Situation des Sprechenden. Es ist eine faszinierende, situativ sich verwandelnde Literatur, ein die Textur immer wieder neu gruppierendes Sprach- und Stimmen- und Ton-Kunstwerk. Der Romantiker John Keats hat einmal die lyrische Disposition mit einer negative capability verglichen, mit einer negativen Befähigung , die dann eintrete, wenn einer fähig sei, in Unsicherheiten zu sein, in Unerklärlichkeiten, in Zweifeln, ohne dem ärgerlichen Ausstrecken nach Faktum und Vernunft . Mathias Traxler knüpft an diese schöne Unsicherheits-Liebe an, wenn er in seinem Text Rückführungen (noch unveröffentlicht) davon spricht, aus der gesicherten Position in eine ungesicherte hinauszutönen . ( ) Mathias Traxler ist ein Dichter und Übersetzer, der seine Werke in immer neuen Überarbeitungs-Prozessen verändert und ständig neu konstelliert, seine Sprachkunststücke in eine flirrende Schwebe bringt, sie in Klangräume setzt, wo sie in interaktiven Gestaltungen mit befreundeten Künstlern ständig neue Gestalt annehmen.
Michael Braun, signaturen-magazin. de