Der Tanz auf der Weltkugel entfaltet ein Panorama moderner Unruhe, in dem Bewegung, gesellschaftliche Maskerade und historische Beschleunigung zum leitenden Bild werden. Schirokauer verbindet erzählerische Eleganz mit feuilletonistischer Schärfe: Seine Prosa beobachtet Milieus, Gesten und Gespräche mit jener Genauigkeit, die an die Literatur der frühen Moderne und an die urbane Sensibilität der Zwischenkriegszeit erinnert. Der Titel ist dabei Programm: Das Tanzen erscheint als verführerische Kunst der Balance auf einem unsicheren Globus. Alfred Schirokauer, Jurist, Schriftsteller und erfolgreicher Drehbuchautor, gehörte zu jenen deutschsprachigen Autoren, die historische Bildung, publizistische Gewandtheit und Sinn für dramatische Zuspitzung miteinander verbanden. Seine Arbeit für Bühne, Film und Romanform schärfte seinen Blick für Szenen, Tempo und soziale Rollen. Gerade diese Erfahrung dürfte ihn befähigt haben, eine Welt darzustellen, in der Menschen zugleich Akteure und Getriebene ihrer Epoche sind. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die literarische Unterhaltung nicht als Gegensatz zu Zeitdiagnose verstehen. Wer die nervöse Eleganz moderner Gesellschaftsromane, kluge Charakterführung und kulturhistorische Resonanz schätzt, findet hier ein Werk von bemerkenswerter atmosphärischer Dichte.