"Dass dieser vielseitige Autor nun vermehrt die Aufmerksamkeit der Literaturwissenschaft auf sich zieht, ist ebenso verständlich wie erfreulich. In Heft 240 der Zeitschrift TEXT+KRITIK finden sich Untersuchungen zu Henschels Schreibprinzip, seinen parodistischen Fähigkeiten und literarischen Vorbildern und Verwandten. Auf die meisten Fußnoten (78!) bringt es ein amüsanter Aufsatz des Filmemachers Wenzel Storch, ohne dem Geheimnis von Henschels immenser literarischer Produktivität auf die Spur zu kommen. Aber das ist auch in Ordnung so."
JF, CULTURMAG, 1. 2. 2023
"Wer den 'Schelmenroman' über die Frankfurter Jahre 1994-96 schon gelesen hat und auf Nachschub in der bereits zehn Bände umfassenden Martin Schlosser-Reihe giert, dem sei die Gerhard Henschel gewidmete Text+Kritik 240 empfohlen. Henschel, mit Gastherausgeberin Laura Schütz befreundet, hat eine fulminante Passage aus dem 2026 zu erwartenden elften Band zum Vorabdruck gegeben: Martin , Schlosser mit einer munteren Titanic-Schar auf Einladung des Goethe-Instituts in Manhattan ? äußerst unterhaltsam und in der geballten Harmlosigkeit der von dem Satirikerhaufen gerissenen Witze nahezu entlarvend: Wie arglos und heiter das Leben in der linken Boheme der späten 90er Jahre anmutet, als man sich noch an Helmut Kohl abarbeitete, Bill Clinton als US-Präsident amtierte, die aufziehende Klimakrise kaum als wirklich gefährlich wahrgenommen wurde, die Twin Towers noch standen, die Leserbriefseiten der Tageszeitungen als Soziale Medien gelten durften, Handys und das Internet in den Kinderschuhen steckten, Rechtsradikale meist noch in obskuren Zirkeln gluckten und allen Zumutungen mit scharfzüngiger Ironie 'begegnet' werden konnte ? gute Güte!"
Andreas Heckmann, Am Erker, 25. 4. 2024
"Inspiriert von Eckhard Henscheid und Walter Kempowski, befreundet mit u. a. Wiglaf Droste und Max Goldt, erfindet dieser Besitzer sämtlicher Ausgaben des 'Spiegel' und konsequenter Bild`-Gegner 'keine neuen Genres, aber er reinterpretiert die vorhandenen', merkt der Germanist Lutz Hagestedt an, wobei 'Sprachkritik als Parodie' zu seinen 'Königsdisziplinen' gehöre, wie die·Literaturwissenschaftlerin Laura Schütz konstatiert."
Nd, Neues Deutschland, 3/2024