Nach dem Tod ihrer Großmutter gerät Lalis Leben aus dem Gleichgewicht. Als sie eine Gedichtsammlung ihrer Mutter entdeckt werden alte Fragen wieder lebendig. Die gefühlvollen Texte lassen sie nicht mehr los und führen dazu, dass sie sich auf den Weg nach Sri Lanka macht, um endlich herauszufinden, warum ihre Mutter die Familie damals verlassen hat.
Die Suche nach der Vergangenheit verbindet sich mit einer Reise zu den eigenen Wurzeln. Lali erfährt nicht nur mehr über ihre Familie und die Geschichte ihrer Mutter, sondern beginnt auch, sich selbst besser zu verstehen. Zu Beginn wirkt sie eher zurückhaltend und unsicher, doch im Laufe der Handlung gewinnt sie zunehmend an Stärke und findet ihren eigenen Weg.
Die Beschreibungen von Sri Lanka haben mir gut gefallen. Die Teeplantage, die Landschaft und die besondere Atmosphäre des Landes werden lebendig dargestellt und geben der Geschichte einen passenden Hintergrund. Der Wechsel zwischen der Gegenwart und den Ereignissen aus der Vergangenheit bringt zusätzliche Spannung, da sich die Familiengeschichte Stück für Stück entfaltet.
Die Erzählung rund um Lalis Großmutter konnte mich allerdings nicht durchgehend fesseln. Dieser Teil war für mich etwas zu ausführlich und nahm der Geschichte zwischendurch etwas von ihrem Tempo.
Tessa Collins erzählt eine emotionale Familiengeschichte über Verlust, Geheimnisse und die Suche nach der eigenen Identität. Lalis Entwicklung steht dabei im Mittelpunkt und macht ihre Reise zu einer persönlichen Entdeckung.
Fazit:
Die Nelkentochter ist eine atmosphärische Familiengeschichte mit einer schönen Sri Lanka Kulisse und einer Protagonistin, die auf ihrer Reise über sich hinauswächst.