Soley führt ein Leben, um das sie viele beneiden würden. Erfolg, Anerkennung und ein scheinbar perfektes Umfeld begleiten ihre Karriere als Sängerin. Trotzdem fehlt ihr etwas, das sie selbst kaum benennen kann. Die Entdeckung eines alten Gemäldes auf dem Familienanwesen ihrer verstorbenen Großmutter weckt Fragen nach der unbekannten Frau darauf und führt sie schließlich nach Island.
Tessa Collins verbindet in diesem Roman eine Familiengeschichte mit der beeindruckenden Landschaft Islands. Beim Lesen hatte ich die Orte und die besondere Stimmung des Landes klar vor Augen. Die Beschreibungen der Natur geben der Geschichte eine ruhige, eindringliche Atmosphäre und passen sehr gut zu Soleys Suche nach Antworten.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Während Soley in der Gegenwart den Spuren ihrer Vergangenheit folgt, geben die Rückblicke Einblicke in das Leben auf Island während des Zweiten Weltkriegs. Die Verbindung zu den historischen Ereignissen hat der Geschichte für mich eine zusätzliche Tiefe gegeben und die Familiengeschichte in einen größeren Zusammenhang gestellt.
Soley ist eine Figur, deren innere Suche ich gut nachvollziehen konnte. Nach außen erfolgreich, fühlt sie sich dennoch nicht vollständig angekommen. Erst durch ihre Reise nach Island beginnt sie, sich mit ihrer Herkunft und den ungelösten Fragen ihrer Familie auseinanderzusetzen. Dabei begegnet sie Menschen, die ihr helfen, die Vergangenheit besser zu verstehen.
Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet und ihre Beziehungen zueinander nachvollziehbar beschrieben. Einige Entwicklungen konnte ich bereits früh erahnen, dennoch hat mich die Geschichte durch ihre familiären Verbindungen, die isländische Kulisse und die Suche nach den eigenen Wurzeln gut unterhalten.
Fazit:
Die Wildblütentochter ist ein stimmungsvoller Familienroman über Vergangenheit, Neuanfang und die Suche nach der eigenen Identität.