Es geht weiter mit den Blütenfreundinnen Lena, Kristin, Nicole und Toni. Lena gibt ihre Apotheke auf und zieht nach Portugal, nachdem sie sich dort in Andreo verliebt hat. Da ist natürlich nicht alles so ist, wie sie zunächst gedacht hat. Und auch bei den anderen drei Freundinnen geht es weiter mit neuen Entwicklungen und Problemen.
Was mir an der Reihe so gut gefällt, ist eigentlich genau das, was man ihr vielleicht als Schwäche vorwerfen könnte: Es passiert gar nicht wahnsinnig viel. Es gibt keinen großen Spannungsbogen und keine spektakulären Ereignisse, die die Geschichte vorantreiben müssen. Stattdessen fühlt es sich ein bisschen so an, als würde man sich mit seinen Freundinnen treffen und erstmal hören, was seit dem letzten Treffen alles passiert ist.
Die vier Frauen kenne ich inzwischen so gut, dass ich ihre unterschiedlichen Geschichten einfach gerne weiterverfolge. Jede hat ihre eigenen Probleme und Entscheidungen zu treffen, trotzdem halten sie zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Es um Beziehungen, Familie, berufliche Veränderungen und die Frage, wie man sein Leben eigentlich gestalten möchte. Gerade weil vieles davon ziemlich alltäglich ist, wirken die Figuren für mich glaubwürdig und sympathisch.
Lenas Geschichte steht diesmal etwas stärker im Mittelpunkt und hat mir besonders gut gefallen. Spontan für einen Mann nach Portugal auszuwandern, den man erst seit kurzer Zeit kennt, ist sicher nicht die vernünftigste aller Entscheidungen. Interessant fand ich aber, wie sie mit der Situation umgeht, als sich erste Zweifel einstellen. Die Portugal-Kulisse sorgt wieder für das passende Urlaubsgefühl.
Auch die Perspektivwechsel zwischen den vier Freundinnen funktionieren für mich weiterhin gut. Da ich die ersten beiden Bände kenne, fällt es leicht, die verschiedenen Geschichten auseinanderzuhalten und die Entwicklung der Figuren mitzuverfolgen.
Der Schreibstil ist wie immer locker und flüssig, die Seiten lesen sich schnell weg. Die Reihe ist für mich keine große dramatische Lebensgeschichte, sondern eher ein angenehmes Wiedersehen mit vier Frauen, deren Leben man inzwischen ein bisschen kennt und bei denen man einfach wissen möchte, was es Neues gibt.
"Orangenglück" bleibt damit genau das, was ich an den ersten beiden Bänden mochte: eine unterhaltsame, unkomplizierte Geschichte über Freundschaft und das ganz normale Leben.