Tag für Tag bewacht Krötling eine Dornenhecke, hinter welcher sich ein Schloss verbirgt. Um jeden Preis muss sie verhindern, dass jemand bis zum Schloss durchzudringen vermag. Einst ging das Gerücht um, eine schöne Prinzessin läge dort in tiefstem Schlaf und warte nur auf den holden Ritter, welcher sie vom ihrem Fluch erlösen käme. Doch die Jahre vergingen ebenso wie die holden Mannen, welche sich den Dornen heldenhaft stellen wollten.
Mit Erscheinen eines weiteren, nicht ganz so heldenhaften Ritters beginnt Krötlings Erzählung, wer sie einst war, wie sie aufwuchs und wie es zu dieser unglücklichen Situation kam, in welcher sie seit Jahrhunderten feststeckt. Eine Situation, an der die beiden gemeinsam endlich etwas ändern könnten.
Krötlings Schicksal ist so bewegend zu lesen wie die Ursache ihrer Heckenwacht düster. Die für ihre Skrupellosigkeit bekannte Feenwelt spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Angenehm zu lesen ist zudem, mit welchem Respekt der Ritter Krötling gegenüber auftritt, die ihn zunächst als weitere Gefahr ansieht. Ein gelungenes Beispiel, auch auf wenigen Seiten gelungene Fantasy unterbringen zu können.