Karl Theodor Gremmler wurde am 4. Januar 1909 in Hannover geboren. Vermutlich nach einer Ausbildung zum Reklame-Kaufmann wandte er sich Anfang der Dreißiger Jahre als Autodidakt der Fotografie zu. Im Juli 1932 heirate er in Bremen seine Frau Elisabeth, die dem Bauhaus nahestand. Im Oktober desselben Jahres eröffnete Gremmler sein erstes Atelier in der Hansestadt und schon wenige Jahre später war er ein bekannter Werbefotograf mit Aufträgen u. a. von AEG, Telefunken, Bahlsen und Blaupunkt. Seit 1933 arbeitete er für das Nordseemagazin, das Kunden- und Werbemagazin der Deutschen Hochseefischerei AG. Aus der dort entstandenen engen Zusammenarbeit mit dem Verleger Hans Keune ging schließlich die Idee zu "Männer am Netz" und deren baldige Umsetzung hervor.
1939 zog Gremmler nach Berlin, wo er das Atelier von Hein Gorny erworben hatte. Da sich Gornys Pläne, Deutschland zu verlassen, zerschlugen, nutzten die beiden Fotografen das Atelier schließlich gemeinsam
Als Fotograf bewegte sich Gremmler wie so viele seiner Kollegen in einem Spannungsfeld zwischen der in den 1920er Jahren aufgekommenen modernen Fotografie der Neuen Sachlichkeit und deren Instrumentalisierung durch die nationalsozialistische Propaganda. Zwischen beruflicher Selbständigkeit und der zunehmenden Omnipräsenz des Regimes und seiner Schergen, nicht zuletzt in Kunst und Wirtschaft. Oder, im Fall Gremmler, zwischen dem Privaten mit seiner Ehefrau, die der Kommunistischen Partei, dem Bauhaus und dem Werkbund nahestand und dem Beruflichen mitsamt der Aufnahme in die gleichgeschaltete und "arisierte" Gesellschaft Deutscher Lichtbildner.
Ende 1940 wurde Gremmler zur Wehrmacht eingezogen, im Juni 1941 kam er bei einem Unfall während eines Truppentransports nach Russland in Oberschlesien ums Leben.
Zahlreiche beeindruckende Arbeiten sind geblieben von dem schnell in Vergessenheit geratenen Fotografen, vor allem aber sein überwältigender Bildband über die "Männer am Netz".