Mit dem 6. Band ,, Die verlassene Tochter " ihrer bewegenden Reihe ,, Die verlorenen Töchter" nimmt die Autorin Soraya Lane den Leser wieder auf Spurensuche nach einem Familiengeheimnis. . Mit den vorherigen Bänden bin ich mit den jeweiligen Protagonisten schon begeistert auf die Suche nach dem Geheimnis der kleinen Holzschachteln nach Italien, Kuba Griechenland, in die Schweiz und nach Paris gereist. Und diesmal geht es in ein für mich völlig neues Land: Argentinien. Dazu passt hervorragend das wunderschöne Cover mit der bezaubernden Landschaft. Das herrschaftliche Gebäude ziert außerdem den Anfang jedes Kapitels, welches jeweils mit Ort und Jahreszahl versehen ist. Ein wunderschönes Detail, was für mich dieses Buch noch etwas mehr besonders macht. Jeder Teil ist in sich abgeschlossen, aber mehr Freude macht es , alle Familiengeheimnisse zu genießen.
Als eine von 7 Frauen erhält Rose in der Londoner Anwaltskanzlei eine kleine Holzschachtel , die in ,, Hope's House " für ihre Großmutter hinterlegt wurde, als sie als Baby adoptiert worden ist. Da ihre Grandma vor einigen Monaten verstorben ist, kann Rose sie nicht mehr fragen, ob sie von ihrer Herkunft wusste. Kurz darauf verliert sie auch noch ihre Mutter und fühlt sich ziemlich allein. Dann flattert ihr ein Brief eines Anwalts aus Argentinien ins Haus, in dem ihr mitgeteilt wird, daß ihre Mutter Alleinerbin eines großen Landgutes in Argentinien sei, die Estancia Santiago. Ihre beste Freundin Jessica überzeugt Rose, sich nach den anstrengenden , belastenden und traurigen Monaten, sich das Ganze in Argentinien anzusehen und danach zu entscheiden, was sie mit dem Erbe anstellen soll. Wieso erbt ihre Mutter und nun sie , etwas in Argentinien? Wo es doch bisher gar keine Verbindung dorthin gab? Oder ist das kleine Holzkästchen , gefüllt mit einem geschnitzten Holzpferd und einem Stück Stoff ein Hinweis auf das Geheimnis , welches sich hinter der Adoption verbirgt? Da sie die Auszeit einerseits gut gebrauchen kann, um sich Gedanken über ihre Beruf Zukunft zu machen, andererseits auch etwas über die Herkunft ihrer Grandma erfahren möchte, macht sie sich auf den Weg dorthin. Vor Ort erfährt sie, daß die ehemalige Gutsbesitzerin Valentina ihre Urgroßmutter war. Aber warum hat sie ihre neugeborene Tochter in London zur Adoption gegeben? Rose hofft , hier Antworten auf diese Frage zu bekommen. Vielleicht kann ihr der Polospieler Benjamin helfen, der auf der Ranch lebt und arbeitet? Wird Rose dabei auch ihren eigenen Weg für ihre Zukunft finden? Womöglich eine in Argentinien?
Während Rose sich auf die Suche nach den Zusammenhängen begibt, taucht der Leser auf der zweiten Zeitebene in das Leben von Valentina ab den 1930 er Jahren ein. Ein sehr bewegendes und emotionales, welches mich einerseits fassungslos und traurig machte , mir aber die Willenskraft und Stärke dieser jungen Frau enorm imponierte.
Soraya Lane hat eine eindrucksvolle bildhafte und lebendige Sprache, so daß ich mich sehr schnell in London und besonders in Argentinien wohl fühlte. Die Beschreibungen der Landschaft ließen augenblicklich Bilder in meinem Kopf entstehen, die mich neugierig auf eine Reise in dieses bezaubernde Land machen. Sehr gut haben mir dabei auch die Schilderungen des Lebens auf der Estancia und besonders des Polospiels gefallen, von dem ich zuvor nicht allzuviel wusste. Die Protagonisten sind wieder liebevoll und mit vielen Details ausgearbeitet, in ihre Gefühle und Gedanken konnte ich meistens gut hineinversetzen. Auch wenn mir als Mutter das Herz blutete, ein Baby nicht bei sich zu behalten. Ich habe mich mit ihnen über glückliche Momente und Ereignisse gefreut, habe vor Traurigkeit und Enttäuschung geweint und immer auf eine glückliche Wendung gehofft. Mich hat diese spannende Familiengeschichte mit sovielen Emotionen von Beginn an gefesselt. Die Seiten flogen nur so dahin und das Buch konnte ich erst aus der Hand legen , als die letzte Seite beendet war.
Für mich ist es wieder eine absolut spannende und sehr emotionale Reise, diesmal in das wunderschöne Argentinien, in das Leben von Valentina und Rose gewesen. Ich bin schon jetzt ganz gespannt, was mich im nächsten Teil erwartet, wenn es im Juni 2026 mit ,, Die vergessene Tochter " auf die Suche nach dem nächsten Familiengeheimnis in Norwegen geht.
Ich bin absolut begeistert und empfehle sehr gerne dieses Geschichte und die ganze Reihe für Liebhaber von gefühlvollen und spannende Familiengeschichten. Lasst Euch in vergangene Zeiten und andere Länder entführen.