Der Einstieg in die Geschichte gelingt gut, wir knüpfen quasi nahtlos an das Ende der vorherigen Teils an. Ackerman und seine Familie befinden sich in der Gefangenschaft des Hüters und müssen dort diverse Spielchen und ellenlange Monologe über sich ergehen lassen, während Ackermans Partnerin Nadia versucht, ihn zu finden und zu befreien.
Wichtige Teile der vorherigen Geschichte werden nochmal kurz umrissen, sodass man sich schnell wieder an alles erinnert und auch als Neuling die Charaktere kennenlernt, trotzdem würde ich empfehlen, zuerst den direkten Vorgängerband zu lesen.
Das Lesetempo ist dank kurzer Kapitel und wechselnder Perspektiven durchgängig schön hoch, man verfolgt mehrere Handlungsstränge zugleich und jeder davon macht auch neugierig darauf, was als Nächstes dort passieren wird.
Das Problem an der Sache ist jedoch, dass diese anfängliche Neugier leider schnell verfliegt. Nach einem spannenden Start folgt ein doch eher zäher Mittelteil - man liest trotzdem noch schnell, aber mit schwindendem Interesse. Hierfür sind direkt mehrere Faktoren aus meiner Sicht verantwortlich gewesen: Der Serienmörder dieses Buches wird stark eingeführt und verliert mit jedem Kapitel an Glaubwürdigkeit dank seltsamer Entscheidungen, Drama und zu viel Gerede. Ähnliches gilt auch für den Hüter, statt eines starken Gegenspielers für Ackerman bekommen wir hier erstmal nur einen Bösewicht, der sich gerne selber reden hört. Auch Ackerman selbst scheint irgendwie weit weg von seinen üblichen Glanzleistungen zu sein und lässt seinen typischen Charakter und Witz etwas vermissen. Die Handlung hat gefühlt auf der Stelle getreten, nur Nadias Perspektive konnte mich größtenteils gut mitnehmen.
Schade fand ich auch, dass man nicht wirklich miträtseln konnte, ein Großteil der aufgeworfenen Fragen wird innerhalb weniger Kapitel auch schon wieder aufgeklärt.
Insgesamt hat mich das Buch dennoch ganz gut unterhalten und war auch teilweise mal recht spannend, aber irgendwie fehlte der Charme und es wurde einiges an Potential verschenkt. Man könnte dieses Buch vermutlich auch überspringen und würde trotzdem ohne Probleme den nächsten Band lesen können. Für (angehende) Nadia-Fans gibt es aber dafür ein paar coole Szenen, nachdem sie im vorherigen Teil ja eher keine Rolle gespielt hat.