Der Prophet ist Kahlil Gibrans berühmtestes Werk und verbindet poetische Prosa, Weisheitsliteratur und spirituelle Parabel zu einem modernen Klassiker. In sechsundzwanzig Reden spricht der Seher Almustafa vor seiner Abreise aus Orphalese über Liebe, Ehe, Arbeit, Freiheit, Schmerz, Tod und weitere Grundfragen menschlicher Existenz. Der Text steht zwischen biblischer Diktion, sufischer Mystik und romantischer Innerlichkeit; seine knappe, rhythmische Sprache verleiht philosophischen Einsichten eine einprägsame, beinahe liturgische Form. Kahlil Gibran, 1883 im Libanon geboren und später in die Vereinigten Staaten emigriert, lebte zwischen arabischer Tradition und westlicher Moderne. Als Dichter, Maler und Denker der mahjar-Literatur kannte er Entwurzelung, religiöse Vielfalt und kulturelle Vermittlung aus eigener Erfahrung. Diese biographische Spannung prägt Der Prophet: Das Buch sucht keine dogmatische Lehre, sondern eine universale Ethik, in der christliche, islamische und humanistische Motive miteinander resonieren. Empfohlen sei Der Prophet allen Leserinnen und Lesern, die eine zugleich zugängliche und tiefgründige Meditation über das Leben suchen. Wer philosophische Fragen nicht abstrakt, sondern in dichterischer Verdichtung erfahren möchte, findet hier ein Werk von bleibender suggestiver Kraft.