Meinung: Kennt ihr dieses ganz besondere Gefühl, wenn man ein Buch aufschlägt und plötzlich alles vertraut ist? Als würde man nach Hause kommen. Genau dieses Gefühl hat mich bei diesem Buch sofort überrollt. Ich habe so lange auf die Fortsetzung gewartet und kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war ich wieder mittendrin. Kein Zögern, kein langsames Herantasten. Die Geschichte hat mich direkt gepackt und nicht mehr losgelassen. Simon Dorn steht nach dem Tod seiner bisherigen Sponsorin Karla Hofbauer vor dem finanziellen Abgrund. Als ihn im Internet eine mysteriöse Klientin kontaktiert, wirkt es zunächst wie ein Hilferuf. Doch schnell wird klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Es ist der Beginn eines perfiden Spiels... Als der Kontakt plötzlich abbricht, bittet Simon Lea Wagner, nach der Frau zu sehen. Doch die Klientin ist tot. Seit Wochen. Verdurstet. Und doch hat sie Kontakt zu Simon aufgenommen. Wie kann das sein? Und vor allem: warum?
Der Schreibstil ist unglaublich leicht, mitreißend und flüssigg. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man nur so durch die Seiten flieg .Durch die wechselnden Perspektiven und Schauplätze entsteht ein rasantes Tempo, das die Spannung konstant hochhält.
Die Charaktere fühlen sich so echt an, dass sie mir längst ans Herz gewachsen sind. Simon mochte ich von der ersten Seite an. Er ist gebrochen, müde vom Leben, voller innerer Narben und genau das macht ihn so unnahbar. Mehr als einmal hatte ich den Wunsch, ihn einfach in den Arm zu nehmen. Lea ergänzt ihn perfekt und besonders ihr Bruder hat mich dieses Mal zum Schmunzeln gebracht.
Diese Szenen fühlten sich an, als wäre ich selbst mit ihnen im Hotel, mitten im Geschehen.
Das Thema KI ist hier nicht nur spannend umgesetzt, sondern beängstigend realistisch. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich dachte: Das könnte uns schneller einholen, als uns lieb ist.
Und dann dieses Ende dieser Cliffhanger ist schlichtweg gemein. Er hat mich sprachlos zurückgelassen und gleichzeitig voller Vorfreude. Ich kann es kaum erwarten, erneut ein Zimmer im Dornwald zu betreten.