Arina lebt gemeinsam mit ihren beiden Schwestern in London. Sie sind Hexen haben die Aufgabe, über die Schattenwesen zu wachen und sicherzustellen, dass diese ihre dämonische Energie nicht im Übermaß nutzen. Arinas Leben gerät aus den Fugen, als ihre Schwester Myra ermordet wird und ihre zweite Schwester in Lebensgefahr schwebt. Arina hat stets vertraut dem Hexenrat vertraut, doch dieser versucht nun den Vorfall zu vertuschen. Um ihre Schwester zu retten und Myras Tod aufzuklären, bleibt Arina nur eine Möglichkeit, sie muss mit dem Vampir Henry zusammenarbeiten, dem einzigen, dem sie in dieser Situation noch trauen kann?
Meine Meinung
Die Grundidee von Witch of Fate and Poison hat mich sofort angesprochen. Hexen, dunkle Mächte, Verrat und ein Vampir als möglicher Verbündeter versprachen eine spannende und düstere Fantasygeschichte. Auch das erste Kapitel bzw. die Hörprobe klangen sehr vielversprechend, und das wunderschön gestaltete Cover verstärkte meine Vorfreude zusätzlich. Leider konnte mich das Hörbuch insgesamt jedoch nur teilweise überzeugen.
Mit Arina als Protagonistin hatte ich große Schwierigkeiten. Sie wird zwar als klug dargestellt, zweifelt jedoch ständig an sich selbst und wirkte auf mich oft naiv. Positiv hervorzuheben ist, dass sie sich konsequent für ihre Liebsten einsetzt. Dennoch gab es für meinen Geschmack viel zu viel inneren Monolog. Das Gedankenkarussell drehte sich immer wieder im Kreis, wodurch die Handlung kaum vorankam. Ohne diese ständigen Gedankenschleifen hätte die Geschichte deutlich an Dynamik gewonnen.
Auch Arinas Entwicklung setzte für mich zu spät ein und blieb insgesamt eher oberflächlich. Viele ihrer Entscheidungen waren vorhersehbar, was dem Spannungsbogen spürbar geschadet hat. Die Handlung plätscherte über weite Strecken vor sich hin, sodass es mir schwerfiel, emotional mitzuziehen.
Die Liebesgeschichte zwischen Arina und Henry konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Das Knistern zwischen den beiden habe ich zu keiner Zeit gespürt. Die Gefühle waren da, ohne dass sie sich für mich greifbar oder nachvollziehbar aufgebaut hätten.
Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Sprecherin Saskia Haisch. Mit ihrem Facettenreichtum hat sie den Figuren spürbar Leben eingehaucht und ihnen mehr Tiefe verliehen. Ihre Interpretation konnte der Geschichte insgesamt doch noch zu einer positiven Wendung verhelfen.
Fazit: Witch of Fate and Poison ist eine interessante Grundidee mit einer vielversprechenden Ausgangslage, das für mich jedoch zu wenig Tiefe und emotionale Spannung entwickelt. Die Geschichte ist nicht schlecht, bleibt aber insgesamt zu vorhersehbar und distanziert, um wirklich zu berühren. Besonders die Protagonistin und die Liebesgeschichte konnten mich nicht abholen. Wer leichte Fantasy ohne große Überraschungen sucht, könnte dennoch Gefallen daran finden.