Die ersten paar Seiten und Kapitel von Kingdom of Crystal Hearts waren wirklich toll zu lesen. Klar mit der Prämisse Böse Adlige/Oberschicht die das einfache Volk unterdrücken und junges, hübsches Mädchen aus dem einfachen Volk die rebellieren möchte gewinnt man sicher keinen Preis für Originalität, aber man muss das Rad ja nicht neu erfinden um ein gutes Buch zu schreiben.
Was man allerdings doch beachten sollte wäre die Tatsache, dass die erwähnte Protagonistin auch nur ansatzweise logisch handelt und auch die anderen Figuren sollten ggf ein wenig logisches Denkvermögen an den Tag legen.
Wie gesagt, die ersten Seiten waren wirklich toll. Elodie will den Rebellen helfen, soll dafür ein Ablenkungsmanöver starten, das klappt aber nicht so ganz, denn erst mal ist sie neugierig und will bei den Mantikoren gucken.
Wie cool ist die Idee mit den Manticoren als Reittiere für ein Lanzenduell bitte? Ich liebe sie sehr!
Aber die wird halt leider auch nicht weitergeführt. Elodie erklärt sich spontan bereit in die Rolle einer Adeligen zu schlüpfen, obwohl sie 0,000000 gar nicht darauf vorbereitet wurde (das eigentliche Mädchen dafür taucht halt nicht auf) und so reitet sie jetzt einfach das Turnier. Wie passend, dass der Manticor eine fast schon magische Verbindung zu ihr hat. Ich war wirklich gespannt darauf woran das liegen könnte, was ihr Geheimnis ist und malte mir schon die dollsten Szenen mit dem Tier aus. Tja, leider erliegt das dann nur wenige Seiten später einem Schwert und wird, genau wie die magische Verbindung, nie wieder erwähnt... Also so wirklich nie wieder.
Bleibt auch keine Zeit für, denn es stellt sich schnell heraus das Elodie extrem krass auf Edelsteine reagiert und somit Magie besitzt. Etwas dass sie gar nicht können dürfte, denn nur Adelige beherrschen Magie. Wow, da wird sie sich aber sicher wundern und nachforschen und das wird jetzt Dreh- und Angelpunkt des Buches werden? NEIN! Falsch gedacht. Sie scheint noch nicht einmal beunruhigt deswegen. Ist halt so... Und da das hier nur der Beginn des Romans ist, will ich nicht weiter vorweg greifen. Aber diese Art der Unlogik zieht sich durch das gesamte Buch.
Bis ungefähr zur Hälfte hätte ich auch noch gesagt: Wenn man die Logik ausschaltet beim Lesen ist es eigentlich ganz unterhaltsam. Aber leider flacht dann ab ungefähr der Hälfte die Story dermaßen ab, dass der Rest des Buches für mich nur noch langweilig war. Hätten wir es nicht im Buchclub gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen.
Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich packen und so leid es mir tut im Endeffekt war mir auch vollkommen egal was mit den jeweiligen Figuren passiert. Da war keine Verbindung, kein Funke, Nada. (Where is the love Ohrwurm an der Stelle...)
Der Schreibstil von Sina Brings ist gut und ich bin mir sicher, dass viele ihre Freude mit dem Buch haben werden. Für mich war das leider nichts.
Wer eine nette, seichte Mädchen aus der Unterschicht will Revolte anzetteln und verliebt sich auf dem Weg-Geschichte lesen möchte und Logiklöcher ausblenden kann wird hier sicher seine Freude haben.
Von mir gibts leider nur 1,5 Sterne.