Tod zur Teetied ist nach Mord bei Schietwetter der zweite Fall für den sechsköpfigen Strickzirkel aus Norden in Ostfriesland. Neben Sefa Pannkok, ihrer Jugendfreundin Edith, Strickfluencerin Rita und der energischen Gunda ist auch der pensionierte Kriminalhauptkommissar Derk wieder mit von der Partie. Auch wenn er eifrig bemüht Babykleidung für seinen jüngsten Enkel strickt, gilt sein Augenmerk vor allem Sefa. Neu in der Runde ist Ines Grote, eine Stammkundin der Wollstuuv, die in einem Immobilienbüro arbeitet. Als der Seniorchef Büsing eines Tages während seiner obligatorischen Teepause tot zusammenbricht, deutet zunächst alles auf einen Herzinfarkt hin. Doch die Untersuchungsergebnisse sind eindeutig: Gift. Büsing war ein herrschsüchtiger Choleriker und alles andere als beliebt bei der Belegschaft , aber wer ist bereit, einen Mord zu begehen? Derks Tochter Pauline, ebenfalls Kriminalbeamtin, ist Teil des Ermittlungsteams und sieht es mit gemischten Gefühlen, dass ihr Vater und seine Maschenbande ihre eigenen Überlegungen anstellen.
Ich habe mich sehr auf ein Wiedersehen mit Sefa und Co. gefreut, da mir schon der erste Band schöne Lesestunden bereitet hat. Auch der zweite Fall hat mich wieder bestens unterhalten und ich habe bis spät nachts gelesen und mitgerätselt, weil ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Die Mischung aus Cosy Crime, feinem Humor und ostfriesischem Lokalkolorit mag ich sehr, und beim Lesen habe ich die Figuren mit ihren liebenswerten Eigenheiten lebendig vor Augen. Besonders sympathisch sind mir Sefa und Derk: Sefa hat ein gutes Gespür für Menschen, einen Blick fürs Detail und kann sehr hartnäckig sein, wenn sie einen Fall wittert, und Derk bringt so schnell nichts aus der Ruhe wobei die forsche Gunda ihn manchmal auf eine harte Geduldsprobe stellt.
Richtig gut gefällt mir, dass einzelne Kapitel aus der Täterperspektive geschrieben sind. Dies bringt zusätzliche Spannung ins Spiel und sorgt, auch durch den etwas härteren Erzählton, für Abwechslung, ohne das Cosy-Setting zu verlassen.
Auch wer Band 1 noch nicht kennt, kann direkt mit dem zweiten Band starten. Die Mitglieder des Strickzirkels werden zudem zu Beginn in einem Personenregister kurz vorgestellt, so dass der Neueinstieg problemlos möglich ist.
Als Bayerin mit einem Faible für Dialekte freue ich mich immer sehr über die plattdeutschen Einsprengsel. Als Zugabe enthält das Buch im Anhang noch ein leckeres Rezept für einen Krintstuut , der im Roman bei keinem Treffen fehlen darf und zusammen mit einer Tasse Tee die perfekte Lektürebegleitung bildet.
Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Fall des Strickzirkels und vergebe 5 Sterne!