Cover & Klappentext
Das Cover ist farbenfroh und verspricht eine humorvolle Geschichte. Deswegen hat es mich sofort angesprochen. Ergänzt durch den Klappentext, der den ersten Eindruck noch unterstreicht, konnte ich hier unmöglich widerstehen.
Meinung
Halbdämon Damien gelingt es, ein magisches Artefakt zu erschaffen, und steht damit kurz davor, seinen Vater, den Fürsten der Dämonen, aus seinem magischen Gefängnis zu befreien. Leider kommt ihm die Diebin Amma in die Quere, die sich aus Versehen an das Artefakt bindet. Natürlich könnte Damien ihrem Leben ein Ende setzen, aber sie erweist sich als unerwartet hilfreich. Und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Wären da nicht die aufkeimenden Gefühle zwischen den beiden.
Mir war schnell klar, dass diese Geschichte recht ungewöhnlich ist. Angefangen von den ausufernd vielen Informationen zu Beginn, bis hin zu den Charakteren und dem Schreibstil, der durch außergewöhnliche Formulierungen glänzt. Also definitiv ein Werk, auf das man sich einlassen muss. Zumindest ging es mir so.
Aufgrund der zwei Sichtweisen bekommt man schnell einen Eindruck von Damien und Amma. Trotzdem haben mich beide vor ein Rätsel gestellt. Als RomCom-Fantasy steht der Humor im Vordergrund. Nur konnte der bei mir oftmals nicht zünden, sodass ich hin und wieder irritiert war. Es dauerte lange, bis ich ein wenig Zugang fand.
Damien wirkte auf mich am Anfang so gar nicht dämonisch. Dazu kommen die Unterhaltungen mit seinem Vater, die so gar nicht passen wollten. Ja, das war gewollt, um den Kitsch und den Witz zu bedienen, traf aber nicht meinen Humor. Insgesamt brauchte ich eine Weile, um mit ihm warm zu werden.
Amma hingegen hätte mir mehr zugesagt, wenn sie etwas durchsetzungsfähiger gewesen wäre. Es gab Anzeichen, die jedoch im Verlauf komplett untergingen. Natürlich verstehe ich die Intension, sie so zu gestalten, doch gerade mit Damien zusammen hat es in meinen Augen nicht so richtig gematcht. Des Weiteren kann man sie kaum einschätzen, was sich erst am Ende etwas besserte.
Was meiner Meinung nach gelungen ist, sind die unterschiedlichen Wesen. Hier beweist die Autorin viel Fantasie, die sich in der gesamten Story widerspiegelt. Die Idee hat mir sehr gefallen, auch wenn man das Gefühl hat, sich ein wenig zu verlaufen. Hier folgt man keinem roten Faden, sodass man meinen könnte, der Weg sei das Ziel. Allerdings ohne konstruiert zu wirken.
Die Spannung ging etwas unter, bedingt durch die Sichtweisen, dadurch entstanden aber auch wunderschön formulierte Szenen, die wirklich herausragend waren. Allerdings förderte es auch einige Längen, in Form von Beschreibungen. Ansonsten war das Tempo recht gut gewählt und wurde den jeweiligen Situationen angepasst.
Die Autorin spielt mit Klischees und lässt eine ordentliche Portion Ironie durchblitzen. Das ist gut gelungen, geht aber ein wenig unter, wenn der Humor nicht greift. Ein Risiko, ganz klar, was sich hier aber auszahlt.
Fazit
Eine ungewöhnliche RomCom-Fantasy, überladen mit Selbstironie, außergewöhnlichen Satzstrukturen und seltsamen Charakteren, garniert mit viel Fantasy und Kitsch, ohne oberflächlich zu wirken. Man muss sich definitiv auf die Story einlassen, eben weil sie anders ist. Schafft man das, wird man toll unterhalten.
Da der Humor nur wenig bei mir punkten konnte und ich Schwierigkeiten mit den Hauptprotagonisten hatte, vergebe ich drei von fünf Sternen, jedoch auch eine Leseempfehlung, denn Geschmäcker variieren. Zum Glück!