Dieser Krimi soll Auftakt einer neuen Reihe aus Wien sein. Worum gehts?
Major Cornelius Metz kehrt nach einer persönlichen Krise zur Mordkommission Wien zurück. Er leitet die Soko Reha, ein Team von Außenseitern und Missliebigen im Wiener Polizeidienst, bestehend aus Metz, Hilde Attensam und Kevin Wiesinger, dem IT-Wunderknaben, der immer dort etwas findet, wo andere längst aufgegeben hat. Zunächst hat man wenig zu tun. Dann wird eine Frau bei einer Müllsammelstelle mit einer Flasche erschlagen. Man teilt ihnen diesen Fall zu, weil hier wenige Lorbeeren zu ernten sind.
Als wenig später in einem der Nobelbezirke eine Ärztin und Forscherin getötet wird, muss Metz mit der höchst ehrgeizigen jüngsten Chefinspektorin Wiens, Nezren Güren, die Fälle tauschen. Denn Güren ist nicht nur türkischstämmig und eine Frau, sondern lebt mit einer Szene-Gastronomin zusammen, was im verknöcherten Gehirn von Hofrat Leo Katzinger, ein NoGo ist. Er traut ihr die Ermittlung in der Haute Volée von Wien nicht zu. Da muss Cornelius Metz her, der aus sehr gutem Haus stammt (O-Ton Katzinger).
Als dann weitere Personen scheinbar wahllos getötet, ja, nicht nur getötet, sondern regelrecht hingerichtet werden, befiehlt Katzinger, die Zusammenarbeit unter der Leitung von Nezren Gören.
Recht bald kommt Kevin dahinter, dass alle Opfer eigentlich Täter waren, die von der Justiz nicht verurteilt worden sind. Die Spuren führen nicht nur zu einem kleinen privaten Tierheim sondern vor allem in Tiefe menschliche Abgründe. Ist hier ein Rächer im Namen des Tierschutzes am Werk?
Wenig später ist Hilde Attensam, die 1,80 m große Polizistin mit der kurzen Lunte, im Fokus von Güren und wird als ideale Verdächtige, sie hat Kontakt zu dem privaten Tierheim, vom Dienst suspendiert. Metz und Wiesinger nehmen dies persönlich, pfeifen auf die Zusammenarbeit und entdecken einen Mitspieler in diesem perfiden Spiel, der sein eigenes, tödliches Süppchen kocht.
Der Täter scheint den Ermittlern immer ein, zwei Schritte voraus zu sein, weshalb sich bald die Frage nach einem Maulwurf in der Kriminalpolizei stellt.
Meine Meinung:
Zunächst habe ich gedacht, einen ähnlich humorvollen Krimi, wie die französische Reihe Kommando Abstellgleis von Sophie Hénaff zu bekommen. Doch bald ist klar, dass es sich hier um eine todernste Angelegenheit handelt, in der wenig so ist, wie es scheint. Zahlreiche Querverbindungen schlummern im Verborgenen, die Kevin aus dem Dunkeln der Archive ausgräbt. Zudem scheint es höheren Orts eine besondere Clique zu geben, die ihre eigene Rolle spielen
Das Einzige, was noch schwerer aufzufinden war als ein Mensch, der nicht gefunden werden wollte, war ein ehemaliger Polizist, der dem System abgeschworen hatte.
Was höchst ungewöhnlich ist, dass sich das Trio Metz, Attensam und Wiesinger immer noch siezt. Innerhalb der Firma wie Insider die diversen Teams in der Polizei nennen, ist es eigentlich üblich, sich zu duzen. Nun ja, den Hofrat oder Polizeipräsidenten vielleicht nicht.
Die Autorin spielt mit ihren Lesern Katz-und-Maus, weshalb die Geschichte nicht ganz auserzählt wirkt. Aber es soll ja eine Fortsetzung geben.
Die Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten. Nicht alle Personalakten sind blütenweiß, so gilt der Görens Mitarbeiter Lukic als Kameradenschwein.
Mein Eindruck ist, dass dieser Krimi überall spielen könnte, da kaum Wiener Örtlichkeiten genannt.
Fazit:
Dieser Reihenauftakt ist gespickt mit Andeutungen und hat noch ein wenig Luft nach oben, weshalb er 3 Sterne erhält.