Im Sommer der Wildbienen: Das Cover passt sehr gut zu dieser Geschichte, eine Ladung wilder Blumen in einer bunten Farbenpracht. Optisch definitiv ein Hingucker. Auch der Klappentext macht neugierig auf die Geschichte.
Die junge Flora ist Studentin und hat ihr Leben noch vor sich. Nach einer erneuten Panikattacke entscheidet sich Flora, die Großstadt zu verlassen. Sie möchte aufs Land ziehen, wird im Haus ihrer verstorbenen Großmutter wohnen. Dort angekommen, lebt sie sich langsam ein, kommt zur Ruhe und entdeckt im Garten einen Schwarm Wildbienen. Sie wecken ihre Neugier und lassen Flora beim Zuschauen entspannen und zur Ruhe kommen. Im Dorfcafe begegnet Flora Eden, zu ihm fühlt sie sich hingezogen. Es folgen Gespräche, gemeinsam verbrachte Nachmittage und Abende. Für Flora wirkt alles auf einmal sehr vertraut, sie fühlt sich wohl. Wird der Sommer zum schönsten ihres Lebens? Doch plötzlich taucht Floras Familie auf, sie muss von jetzt auf gleich eine Entscheidung treffen. Will sie in ihr altes Leben zurückkehren, auch wenn sie dafür Eden und die Wildbienen im Garten zurücklassen muss?
Es ist ein ruhiger Roman, der zwischendurch zum Nachdenken anregt und zum Innehalten bewegt. Das Umschriebene zwischen den Zeilen für sich selbst zu überdenken. Die Reaktionen der Charaktere freien Lauf geben und sich entwickeln lassen. Flora als Autistin, die in ihrer eigenen Welt lebt. Eden mit seinen Verpflichtungen und Aufgaben gegenüber seiner unheilbar kranken Mutter. Es werden viele Themen angesprochen, die nicht nur das Herz des Lesers berühren. Im Vordergrund die Familie, Freundschaft, Liebe und Verantwortung. Das Erwachsenwerden, Selbstständigkeit und die Unabhängigkeit der Hauptcharaktere. Der Umgang mit der eigenen Krankheit sowie Hilfeleistung bei kranken Leuten. Leben mit und in der Natur, was macht sie mit einem. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich langsam entwickelt und die Herzen der Leser berührt, mit allen seinen Facetten. Es entsteht eine warmherzige Leseatmosphäre, besonders für den Sommer geeignet. Der Schreibstil ist leicht, locker, und flüssig. Durch die nicht zu langen Kapitel liest sich die Geschichte gut. Die gut ausgearbeitete Charaktere, die im Laufe der Geschichte an Kraft und Transparenz sowie an Willenskraft
gewinnen, wirken auf den Leser lebensecht und authentisch.
Meiner Meinung nach ist es ein Buch, das sich perfekt für die lauen Sommerabende eignet, deshalb gibt es von mir vier Sterne und eine Weiterempfehlung.