Nina Mayen nimmt ihre Leser mit in die Eifel. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Kapitellänge ist gut gewählt und man kann als Leser gut den Geschehnissen folgen. Die Charaktere wirken sympathisch und authentisch. Die Stimme der Hörbuchsprecherin ist angenehm und die Aussprache gut verständlich. Die Emotionen werden gut transportiert. Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin erzählt und das Cover ist ansprechend gestaltet.
Die Hauptprotagonistin ist Flora. Sie ist autistisch und nur der engste Familienkreis weiß darüber bescheid. Sie kann nie wirklich sie selbst sein und fühlt sich in ihrer eigenen Haut nicht mehr richtig wohl. Nach einer Panikattacke in einem Kaufhaus trifft sie die Entscheidung, in der Haus der Verstorbenen Großmutter in der Eifel zu ziehen. Dort konnte sie immer ganz sie selbst sein und hat sich sehr wohl gefühlt. Auch jetzt merkt sie sofort wie ihr eine Last von der Schulter fällt und sie findet Ruhe. Sie schafft sich einen Wohlfühlort und knüpft Kontakte, sodass sie sich von Tag zu Tag mehr angekommen fühlt. Als sie im Dorfcafe auf Eden trifft, muss sie sich die Frage stellen, ob ihre Krankheit die Beziehung zwischen ihnen zerstören würde oder ob Eden damit umgehen könnte. Erst einmal will sie aber die gemeinsame Zeit genießen und behält die Krankheit für sich. Sie fängt an der Seite von Eden im Cafe zu arbeiten und könnte sich vorstellen ihr Leben dort neu aufzubauen. Als ihre Familie unangekündigt vor ihrer Tür steht, stößt sie Eden mit ihrem Verhalten vor den Kopf, denn sofort verfällt sie in alte Muster und verstellt sich. Kann sie einen Weg finden, Eden zurückzugewinnen? Wird sie sich den Wünschen ihrer Familie unterordnen und das Haus verkaufen oder kämpft sie für ihr Glück und ein selbstbestimmtes Leben, wo sie sich nicht verstellen muss? Wird Eden ihren Traum aufgeben und im Dorfcafe bleiben oder zieht es sie doch in die weite Welt?
Die Autorin spricht in diesem Buch einige schwierige Themen an, lässt es aber trotzdem leicht wirken. Die Natur beurteilt den Menschen nicht nach seinen Krankheiten und man kann einfach ganz man selbst sein. Es braucht Mut, zu sich selbst zu stehen und nicht immer findet man in der Familie den Rückhalt, den man braucht, um sich nicht zu verstellen.